LUXEMBURG
LJ

In der Jagdsaison 2018-2019 wurden 7.347 Wildschweine erlegt

Die vom Wild angerichteten Schäden stehen im Mittelpunkt einer parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Guy Arendt und Gusty Graas an Umweltministerin Carole Dieschbourg („déi gréng“) und Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP). In ihrer Antwort weist Ministerin Dieschbourg darauf hin, dass die von Wild angerichteten Schäden in diesem Jahr wohl höher sind als in den vergangenen Jahren, dies gehe aus der Zahl der bei der Natur- und Forstverwaltung (ANF) eingereichten Rückerstattungsanträge hervor. Was nun die geografische Lage der Schäden betrifft, so scheinen der Osten und das Zentrum des Landes in der Tat am meisten betroffen zu sein. Als Hauptursache hierfür gibt Dieschbourg die hohe Anzahl an Wildschweinen an.

Wie im letzten technischen Bulletin der ANF festgehalten, liegt die Zahl der bei Jagden erlegten Wildschweine seit zehn Jahren um die 5.000. In den letzten beiden Jahren, schreibt Dieschbourg, ist die Zahl der bei Jagden erledigten Wildschweine allerdings erheblich angestiegen: In der Saison 2017-2018 wurden 6.487 Wildschweine erlegt, in der Saison 2018-2019 gar 7.347.

Die in diesem Jahr früher durchgeführte Mais-ernte ist größtenteils auf das sehr warme und trockene Wetter zurückzuführen. Allerdings musste in vereinzelten Fällen die Ernte früher eingefahren werden, um die Wildschäden in Grenzen zu halten. Derzeit sei es allerdings noch zu früh, um genaue Zahlen in diesem Zusammenhang zu liefern, hält die Ministerin weiter fest.

Ferner weist Dieschbourg darauf hin, dass es sich beim Dachs um eine geschützte Tierart handelt, demnach die von ihm verursachten Schäden für die Landwirtschaft „marginal sind im Vergleich zu jenen, die von Wildschweinen angerichtet werden“. Die vom Dachs verursachten Schäden werden zu 100 Prozent vom Staat übernommen.

Da es sich beim Wildschwein um eine Wildtierart handelt, empfehlen die Experten nach Dieschbourgs Worten unter anderem „entlang der Wälder Getreidesorten anzupflanzen, die für Wildschweine weniger attraktiv sind“ wie etwa Triticale oder Gerste. Diese Getreide werden geerntet, bevor der Mais für Wildschweine interessant wird, so dass eine Art Korridor zwischen den Wäldern und den Feldern geschaffen wird, die „eine effizientere Jagd auf Wildschweine ermöglicht“.

Was nun eventuelle Verspätungen bei den auszuzahlenden Entschädigungen bei von Wildschweinen verursachten Schäden für Landwirte anbelangt, so weist die Umweltministerin darauf hin, dass weder die ANF noch das Umweltministerium in diese Prozedur eingreifen. Demnach habe das Ministerium keine Kenntnis der Zahlungsbedingungen, wie sie zwischen Jägern und Landwirten gelten.