LUXEMBURGCLAUDE KARGER

Wie Sources Rosport sich in einem hart umkämpften Markt behauptet

Nur ein paar Meter weiter. Und das „gudd spruddelegt“ Wasser der Marke mit dem Reiter würde heute vielleicht nicht auf unseren Esstischen stehen. Es war eine ziemliche Glückssache, dass die erste Bohrung 1955 auf dem kleinen „Giesenbour“ genannten Areal zwischen Sauer und Echternacherstrasse am Ausgang des Dörfchens Rosport sogleich auf eine natürliche Sprudelwasserquelle stieß.

Glückliche Fügung

Zwar war bereits länger bekannt, dass es in der Gegend, dessen Untergrund von zahlreichen Erdverwerfungen vulkanischen Ursprungs durchzogen ist, Sprudelwasser gibt. Doch es war die Bohrung, die der Geologe Michel Lucius im Auftrag eines Mitglieds der Brauerfamilie Bofferding vorbereitete und beaufsichtigte, die den Ausschlag für die kommerzielle Nutzung einer Sprudelquelle in der Gegend gab.

Sofort nach der Entdeckung der Quelle begannen die Aufbauarbeiten einer Produktionsstätte. Dem Wasser, das stark prickelnd aus der Quelle kommt und im Originalzustand nach Rost schmeckt und sich die Geschmacksnerven zusammen ziehen lässt, wird nämlich zunächst der Kohlenstoff entzogen, während Eisen und Mangan-Gehalt reduziert werden.

Konstante Qualität gewährleisten

Um die gewünschte Sprudeligkeit zu erreichen - die natürlich bei jeder Flasche gleich bleiben muss, genau wie die mineralische Zusammensetzung insgesamt - wird der Kohlenstoff später wieder injiziert. Die Qualität des Quellwassers, das Rosport derzeit aus drei Bohrlöchern bezieht, sowie Temperatur und Niveau sind stabil. Dennoch gibt Direktor Roger Gloden zu bedenken, dass es wichtig ist, diese Qualität auf höchstem Niveau zu garantieren.

Deshalb werden regelmäßig interne, sowie externe Kontrollen in Zusammenarbeit mit dem deutschen Institut Fresenius durchgeführt. Ständig im Auge behalten muss Sources Rosport auch den Markt, die Wünsche von Getränkelieferanten und Restaurantbetreibern und natürlich auch der Verbraucher, die sich geändert haben, seit 1959 die ersten Flaschen „Rosporter“ die Produktion verließen. „Die Leute mögen es heute etwas weniger spritzig“, sagt Roger Gloden, der schon vierzig Jahre im Betrieb ist. So hat Rosport 1996 „Rosport Blue“ auf den Markt gebracht. Des Betriebs „jüngstes Kind“, der Apfelsaft-Mix „Pom‘s“ mit Rosporter Sprudelwasser ist nun gerade ein Jahr auf dem Markt. Laut Gloden entwickelt sich auch hier der Verkauf gut.

Ausschließlich für den Luxemburger Markt

Insgesamt 30 Millionen Flaschen seiner Erzeugnisse Rosport, Rosport Blue, Viva - das stille Wasser ist seit 2001 auf dem Markt - und Pom‘s hat das Unternehmen im vergangenen Jahr ausgeliefert, Tendenz steigend. Und das ausschließlich für den Luxemburger Markt. In der Vergangenheit gab es sehr wohl Bestrebungen auch in die Märkte der umliegenden Regionen zu drängen, die Projekte wurden allerdings aus Rentabilitätsgründen wieder fallen gelassen, erklärt Roger Gloden. Ohnehin seien dem Unternehmen viele Grenzen gesetzt. Es verfügt derzeit über zwei in zwei Schichten zwischen 6 und 22 Uhr betriebenen Abfülllinien (eine für Glas und eine für PET-Flaschen; Pom‘s dagegen wird nicht in Rosport selbst abgefüllt), während das kleine Produktionsareal nur mehr wenige Ausbaumöglichkeiten erlaubt.

„Denken permanent über neue Produkte nach“

Da auch im Glas- und PET-Flaschenmarkt die Konzentration der Unternehmen schnell fortschreitet, schrumpft der Verhandlungsspielraum bei den Preisen. Am meisten Sorgen bereitet Gloden aber der Druck der großen Lebensmittelkonzerne: Mit den Schleuderpreisen, die diese sich erlauben können, kann ein kleines Mineralwasserunternehmen nicht mithalten. Zudem nehme auch die Treue von Gastronomiebetreibern ab, stellt der Rosport-Direktor fest. „Wünschenswert wäre eine vehementere Unterstützung unserer Marken durch die Kunden der einzelnen Gastronomiebetriebe“, meint Rogert Gloden.

Die einzige Lösung, sich auf dem umkämpften Markt zu behaupten, ist demnach gleichbleibende Top-Qualität zu gewährleisten und innovativ zu sein. Was also wird die nächste Innovation bei Sources Rosport sein? Neue Flaschen-Formate? Neue Mix-Getränke? Roger Gloden lächelt geheimnisvoll und sagt: „Wir denken permanent darüber nach“.
www.rosport.com