LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

„déi gréng“ wollen im Wahlkampf auf Inhalte anstatt auf Köpfe setzen

Derweil „déi gréng“-Chef François Bausch schon am Mittwoch vergangener Woche auf seinem Blog einen ersten Vorgeschmack auf die Kernthemen des Wahlprogramms seiner Partei gab, sind seine beiden Parteipräsidenten Christian Kmiotek und Sam Tanson eher von der schweigsamen Sorte. So müssen sich die Journalisten, die gestern eigens zu einer Pressekonferenz zur Vorstellung der grünen Wahlkampagne eingeladen wurden, derzeit noch mit einen wenigen Schlagwörtern aus dem Wahlprogramm zufrieden geben, wobei die Hauptnachricht gestern darin bestand, auf die leicht renovierte Internetseite und die Auftritte der Partei in den sozialen Medien hinzuweisen.

Grünenpräsident Kmiotek will nichtauf sein Fleisch verzichten

Das Programm soll dann auch erst am 14. September auf einem außerordentlichen Kongress in Leudelingen diskutiert und verabschiedet werden, um ab dem 16. September dann auf besagter Internetseite veröffentlicht zu werden. Eine Druckversion soll indes nur auf ausdrücklichen Wunsch vermittelt werden. „On Tour“ wollen „déi gréng“ aber trotzdem noch gehen und hauptsächlich auf regionalen Versammlungen mit ihren potenziellen Wählern ins Gespräch kommen. Große Versammlungen gibt es aber auch, und zwar in Grevenmacher (17.9.), Walferdingen (25.9.), Ettelbrück (1.10.) und Esch (8.10.).

Umwelt - „Meng Ëmwelt. Mäi Liewen“, so der neue Slogan für diesen Teilbereich des Wahlprogramms, das immer noch unter dem Gesamtmotto „Méi Gréng. Méi Verantwortung“ steht - Mobilität („Bei Gréng rullt et“), Soziales („Mir loosse kee falen“) und Ökonomie („Gréng Energie. Gesond Economie“) sind derweil bis auf Weiteres die Pfeiler, auf denen grüne Politik auch im Internetzeitalter immer noch basiert. Auch wollen „déi gréng“ auf Inhalte anstatt auf Köpfe setzen. Dass sich die Grünen bei unseren deutschen Nachbarn wegen ihrem Programm zur Steuererhöhung, der Pädophilen-Debatte und ihrem Wunsch nach einem fleischlosen Tag („Veggie Day“) gerade im Umfrage-Sinkflug befinden, bereitet den Luxemburger Grünen übrigens keine Bauchschmerzen, könne man beide Programme doch nicht miteinander vergleichen, wie der Parteipräsident gestern unterstrich. So würden „déi gréng“ keinem etwas vorschreiben, und auf sein Fleisch müsse auch keiner verzichten, so ein listig zwinkernder Kmiotek.

Man könne ja einfach auf Biofleisch umsteigen, und bei den dort geltenden Preisen müsse man einmal pro Woche allein schon aus Kostengründen auf Fleisch verzichten...