KRAKAU
JACQUELINE KIMMER

In Krakau endet der Staatsbesuch des großherzoglichen Paares in der polnischen Republik

Krakau, bis 1596 Hauptstadt von Polen, ist noch heute für viel Polen die „heimliche Metropole“ von Polen. Der rund 250 km südlich von Warschau gelegene Hauptort der Woiwodschaft Kleinpolen stand gestern im Mittelpunkt des letzten Tages des Staatsbesuches des großherzoglichen Paares in Polen. Zusammen mit den Regierungsvertretern Etienne Schneider, Jean Asselborn und Pierre Gramegna wurde Großherzog Henri im Rathaus von Krakau - die Stadt wurde bekanntlich im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört -, willkommen geheißen, wo den hohen Gästen aus Luxemburg das Projekt „Nowa Huta - Stadt der Zukunft“ vorgestellt wurde.

Anschließend stattete Großherzog Henri der Jagiellonen-Universität - nach Prag die zweitälteste Universität Europas, die in diesem Tagen ihren 650. Jahrestag feiert - einen Besuch. In den Räumen des „Collegium Maius“, dem ältesten Teil der Universität, sind zahlreiche Schätze zu sehen, u.a. einer Sammlung historischer Forschungsgeräte, die Auskunft über die mittelalterliche Wissenschaft geben. Am Hauptmarkt von Krakau, einem der größten mittelalterlichen Plätzen Europas, besichtigte das großherzogliche Paar dann die im 14. Jahrhundert errichtete Marienkirche mit dem spätmittelalterlichen Marienaltar, einem Meisterwerk von Veit Stoß. Vom höchsten Turm der Kirche bläst ein Feuerwehrmann zu jeder vollen Stunde den Alarmruf, der Krakau im 13. Jahrhundert vor einem Mongolenangriff rettete.

Der Wawel - wichtigster historischer Ort Polens

Der wichtigste historische Ort Polens, die auf einem Hügel über Krakau gelegene Wawel-Burg war die letzte Station des Staatsbesuches des großherzoglichen Paares in Polen. Der Wawel ist Sitz, Krönungsstätte und Grablege der polnischen Könige. In der Krönungs-Kathedrale sind die Sarkophage der polnischen Herrscher, von Nationalhelden wie Marschall Pilsudski untergebracht. Gegen den Widerstand zahlreicher Polen wurde 2010 der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Präsident Lech Kaczynski mit seiner Frau beigesetzt. Im Schloss wurden die prächtigen Repräsentationssäle und die königlichen Gemächer mit der größten Gobelin-Sammlung der Welt besichtigt. Im Erdgeschoss der Burg wurde den hohen Gästen aus Luxemburg das Gemälde „Dame mit Hermelin“ von Leonard da Vinci präsentiert.

Ab dem Militärflughafen Krakau ging es am späten Nachmittag zurück nach Luxemburg.