LUXEMBURG
SVEN WOHL

Gemeinnützige Vereinigungen kämpfen mit der Krise und sozialen Ungleichheiten

Gemeinnützige Vereinigungen gehören nicht zu den offensichtlichen Geschädigten der Pandemie. Meistens wird von der Wirtschaft und dem Gesundheitswesen gesprochen. Dies bedeutet nicht, dass die Krise an ihnen vorbeiging. Tatsächlich gaben in einer vom „Comité de Liaison des Associations d‘Etrangers“ (CLAE) organisierten Umfrage 25 Prozent der Vereine an, um ihre Existenz fürchten zu müssen. Andere haben ebenfalls Probleme mit der aktuellen Situation.

Lockdown mit Folgen

Gemeinnützige Organisationen haben vor allem eines zum Ziel: Die soziale Kohäsion aufrecht erhalten und verbessern. Dabei sind sie in den verschiedensten Bereichen aktiv (siehe Infografik). Ein Großteil der Strukturen wird von Freiwilligen betrieben. Diese konnten während des Lockdowns ihren Dienst schwer leisten.
Bei der gestrigen Pressekonferenz des ONGD und des CLAE, in Zusammenarbeit mit der „Agence du Bénévolat“, wurde erklärt, welche Auswirkungen die Krise auf gemeinnützige Organisationen hat. Neben den Auswirkungen im sanitären und sozio-ökonomischen Bereich, sorgt die Finanzkrise dafür, dass die sozial Benachteiligten unter schwereren Bedienungen leiden müssen.  Wirtschaftliche Engpässe betreffen 90 Prozent der befragten Strukturen. Aktivitäten wurden ausgesetzt, Events abgesagt. Begrüßenswert sei die Tatsache, dass die Solidarität in gewisser Hinsicht in der Krise einen Höhepunkt erlebt habe. Schließlich halfen viele Menschen den verwundbareren Mitgliedern der Gesellschaft indem sie sich beispielsweise anboten, für sie einkaufen zu gehen oder Medikamente zu besorgen. Es zeige, dass die Bürger bereit seien, sich zu engagieren, wenn sie Zeit und Mittel dafür hatten.
Da die Hauptaktivitäten zum Erliegen gekommen seien, befände sich auch die Selbstfinanzierung der Vereinigungen in der Krise. Spenden und Einnahmen durch das Sponsoring sind ebenfalls zurückgegangen. Dem entgegen stünden laufende Kosten, die durch Mieten und Personal entstehen.
Am meisten fürchtet man sich aktuell vor den angekündigten Budgetkürzungen für das kommende Jahr. Diese könnte für einige Vereine fatal ausfallen. Zusätzlich empfehlen die genannten Organisationen, dass ein Koordinierungssystem für das Benevolat aufgestellt wird, um den Bedürfnissen der Vereinigungen eingehen zu können. Die Föderationen und Plattformen, die bereits im Bereich des Benevolats aktiv sind, müssten bei jeder Entscheidung, die eine Auswirkung auf gemeinnützige Vereinigungen hat, mit eingebunden werden.