Die zum Teil leichte Panik verbreitenden Warnungen im Rahmen der Eklipse von letzter Woche haben dem „Wort“-Leitartikler die Gemütslage verfinstert. „Ein Hauch Mittelalter weht durch Europa, auch durch Luxemburg“, meint der Mann, der lobenswerterweise gegen „irrationale Ängste“ anschreibt: „Für jede Gefahr gibt es den passenden Schutz, denken einige und scheinen dabei zu vergessen, dass das Leben eine unheilbare Krankheit ist, durch Geschlechtsverkehr übertragen wird und unweigerlich zum Tode führt“. Ob das zu Beichtstuhlgesprächen in der Chefetage der Erzbistumszeitung führt? Kann ja nicht, schließlich schreibt der Mann wahr und recht: „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz, kein Entkommen und kein Verstecken“. Daher sind wir Leutchen Meister der Verdrängung: „Schutz suchend schließt der Mensch sich in seiner kleinen Spieldose ein und nennt das dann: ‚Leben‘. Pillen, Turnvater Jahn, Diätpläne und Karottensaft haben Hochkonjunktur. Und bei Sonnenfinsternis flüchtet man in den Keller und schließt zur Sicherheit vorsichtshalber noch die Augen“. Dabei verpasse der, der immer auf Nummer sicher geht, das Beste. Richtig. Leider aber scheinen jene, die Mut beweisen, zusehends verpönt. Bunker und Silos haben Hochkonjunktur. Allerdings werden die Dinger höchst unbequem, wenn man zu lange drin sitzt,
In der Spieldose
journal.lu - 25.03.2015

1 Foto

