LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Filmwoche: „Intersections“ und „Vive la France“

David Marconi wurde als Drehbuchautor von „Enemy of the State“, „Live Free or Die Hard“ und der TV-Serie „G. I. Joe“ bekannt. 1992 drehte er seinen ersten Film „The Harvest“ und 20 Jahre später seinen zweiten, „Intersections“.

Überlebenskampf in der Wüste

In diesem Thriller wird das Ehepaar Scott (Frank Grillo) und Taylor Dolan (Jaimie Alexander) in der Wüste Marokkos von Travis (Charlie Bewley) verfolgt. Ein schrecklicher Unfall passiert, als Scott zwei weitere Fahrzeuge rammt. Schließlich knallt auch Travis in den Blechhaufen. Neben dem Ehepaar und Travis überleben Audrey (Marie-Josée Croze), ein Baby und Omar (Moussa Maaskri). Bald gesellt sich ein weiteres Unfallopfer zu ihnen, Saleh (Roschdy Zem), der eine Panne mit seinem Motorrad hatte. Da die Chancen, schnelle Hilfe zu erhalten, gering sind, beginnt ein knallharter Überlebenskampf. Eines der verunglückten Autos soll wieder flott gemacht werden. Doch keiner dieser Menschen hat ein reines Gewissen und jeder beginnt seine eigenen Interessen zu verfolgen.

Die Ausgangsposition des Thrillers erinnert u. a. an „Flight of the Phoenix“ oder „Babel“. Regisseur Marconi gelingt es zwar, seiner Geschichte Spannung zu verleihen, nur mit der Logik hapert es an vielen Ecken und Enden, was auf ein unreifes Drehbuch zurückzuführen ist. Speziell die Relation zwischen Scott und Taylor wird mit der Zeit echt kompliziert, und auch das Schicksal von Omar bleibt verhüllt.

„Vive la France“ -„Borat“ made in Frankreich

Der französische Komiker Michaël Youn hat ebenfalls seinen zweiten Spielfilm gedreht, „Vive la France“. Taboulistan ist ein Land, das auf keiner Landkarte zu finden ist. Um die westliche Welt auf diesen verlorenen Flecken aufmerksam zu machen, soll der Eiffelturm in die Luft gesprengt werden. Zwei Volltrottel, Muzafar (José Garcia) und Feruz (Michaël Youn), machen sich nach einer kurzen Ausbildung auf den Weg nach Frankreich. Leider endet ihr Flug erst einmal auf Korsika. In Marseille bekommen sie Hilfestellung von der TV-Reporterin Marianne (Isabelle Funaro). In der Art von „Borat“ ziehen diese zwei Ziegenhirten in einen terroristischen Werbefeldzug. So ziemlich alle Missstände in Frankreich werden auf die Schippe genommen, wie der Terror auf Korsika, das Gesundheitssystem, die Streiks oder die polizeiliche Gewalt. Und dann sieht sich der Film wie ein Werbefilm für die Schönheiten des Landes an. Verschiedene Situation sind witzig, andere wiederum peinlich. Somit sind diese beiden französischen Filme eher mittelmäßige Werke, die man nicht unbedingt sehen muss.