Als 1999 Mireilles Tochter Chiara unterwegs war und die Schriftstellerin während zwei Monaten wegen Frühwehen im Bett bleiben musste, schrieb sie ihre erste Kindergeschichte „Klenge roude Léiw“. 2005 wurde dieses Buch im Eigenverlag herausgebracht. Mireille hatte seit jeher eine Schwäche für Kinderbücher und -Filme, in deren Märchenwelt sie nur zu gerne eintaucht.
Was bekommen die Kinder durch die Bücher mit auf den Weg?
Mireille Weiten-de Waha In meinen Märchen lernen die Kinder weder Zahlen noch Farben, ich erzähle auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger große Lebensweisheiten. Aber die Kinder erleben Welten, die ihre Fantasie Purzelbäume schlagen lässt, es entstehen Situationen, die sie auch im Alltag erleben könnten. Sie merken, dass sie ihre Freiheit für keinen Preis der Welt aufgeben sollten, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Sie finden heraus, dass diejenigen, die schön aussehen oder groß daherreden, nicht immer die besten Freunde sind, dass jeder eine Chance verdient hat, Menschen eben Fehler machen und man sie nicht deswegen verurteilen soll. Sie sehen, dass nicht alles schlecht oder gut ist und dass es von der Perspektive abhängt, aus der man die Dinge sieht. Sie trauen sich, an sich zu glauben mit all ihren Fehlern, denn niemand ist perfekt. Nach Regen folgt Sonnenschein. Sie lernen Werte kennen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Liebe, gehen aber auch durch die Hölle der Eifersucht.
Was ist dein persönliches Lieblingsbuch?
Weiten-de Waha Alle meine Bücher sind meine Kinder, sie haben ihre Stärken und Schwächen. Jede dieser Geschichten hat mir Charaktere beschert, die mir mit der Zeit immer mehr ans Herz gewachsen sind. Bei jedem Werk habe ich mit den mit mir arbeitenden Kindern und Künstlern wunderschöne Momente erlebt, die ich nie mehr missen will. Eine außergewöhnliche Reise mit dem kleinen roten Löwen war der Beginn einer wunderschönen Reihe von Ereignissen. Besonders stolz bin ich natürlich auf das Schloss mit der Geschichte des „Klenge roude Léiw“, das 2009 im Parc Merveilleux in Bettemburg eingeweiht wurde und diese Geschichte auf eine einmalige Art und Weise unsterblich macht.
Kommen die Bücher gut bei den Kindern an?
Weiten-de Waha Da ich oft Schulklassen besuche, um Vorlesungen zu halten, habe ich viel Kontakt zu Kindern und sehe quasi „live“, wie sie auf die Geschichten reagieren. Da die Bücher genauso bunt sind wie ich, und Kinder Farben lieben, fällt es ihnen und mir sehr leicht, in unsere Traumwelt einzutauchen.
Ihre Begeisterung ist ansteckend und ich fühle mich nach jeder Begegnung mit ihnen als ob sie mir eine große Portion Sauerstoff eingehaucht hätten. Der Kontakt mit den Kindern motiviert enorm, weiter zu machen.



