LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Big Wedding“ bietet viel Humor und auch Emotionen

Regisseur Justin Zackham hat vor zwölf Jahren einen ersten Kinofilm gedreht, „Going Greek“, der allerdings erfolglos blieb. Erst durch das Schreiben von Drehbüchern für die TV-Serie „Lights Out“ kam er wieder ins Geschäft und konnte mit „The Big Wedding“ seinen zweiten Spielfilm drehen, und das mit ein paar von Hollywoods feinsten Schauspielern.

Sein Film ist ein Remake des französischen Films „Mon frère se marie“ von Jean-Stéphane Bron aus dem Jahr 2006.

Alles wegen Mutters Überzeugung

Weil ihr Adoptivsohn Alejandro (Ben Barnes) Missy (Amanda Seyfried) heiraten wird, und dessen biologische Mutter Madonna (Patricia Rae) streng gläubig ist, entscheidet sich das geschiedene Ehepaar Don (Robert De Niro) und Ellie (Diane Keaton), für ein paar Tage die glücklichen Eltern zu spielen.

Diese Entscheidung gefällt Bebe (Susan Sarandon) nicht sonderlich, ist sie doch mit Don seit Jahren zusammen und liebt Alejandro, dessen Bruder Jared (Topher Grace) und Schwester Lyla (Katherine Heigl) als wären es ihre eigenen Kinder.

Um Alejandros Willen zieht sie für ein paar Tage ins Hotel, um aber als Hochzeitsplanerin Yvette während der Feier aufzutauchen. Außerdem hat Alejandro eine weitere Schwester, Nuria (Ana Ayora), ein scharfes Mädel, das mit der Mutter aus Kolumbien zur Trauung anreist. Doch so einfach verläuft die Hochzeit nicht.

Witz, Emotionen und überragende Schauspieler

Wenn die Geschichte mit samt ihren Nebensträngen vorhersehbar ist, sind die Witze extrem originell, von dezent bis auch mal leicht vulgär. Getragen wird diese Hochzeitsfeier mit Umwegen von routinierten Oldies - De Niro, Keaton, Sarandon - und neuen Talenten, die ihre Rollen mit Überzeugung spielen. Besonders Katherine Heigl kann gefallen, auch wenn sie sich am Anfang etwas schwer tut, in der Rolle der Tochter, die eine schwierige Beziehung zum Vater hat. Genau diese Nebengeschichte gefällt am besten wegen der ehrlichen Emotionen, die sie freisetzt.

Die Affäre zwischen dem End-20-er Jared und der tollen Kolumbianerin sorgt für leichtes Prickeln. Robin Williams spielt den strengen Pfarrer Moinighan, der alle in seinem Beichtstuhl sehen will. Madonnas religiöser Fanatismus wirkt zu aufgesetzt, genau wie Missys Eltern Barry (David Rasche) und Muffin (Christine Ebersole).

„The Big Wedding“ bietet 90 unterhaltsame Minuten, gefüllt mit Humor und Emotionen.