LUXEMBURG
CB MIT DPA

EU nähert sich Zielmarke für den Ausbau erneuerbarer Energien - Luxemburg hat erst die Hälfte des Weges geschafft

Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch in der Europäischen Union hat sich seit 2004 auf 17 Prozent verdoppelt. Dies meldete die Statistikbehörde Eurostat am gestrigen Donnerstag. Damit sieht sich die EU auf gutem Weg, ihr Ausbauziel von 20 Prozent bis 2020 zu erreichen. Bis 2030 liegt die Marke bei mindestens 27 Prozent.

Elf der 28 Länder haben ihre jeweiligen Zusagen für 2020 laut Eurostat schon heute erfüllt. Luxemburg ist davon indes noch ein gutes Stück entfernt: Bis 2020 sollen elf Prozent des luxemburgischen Energiebedarfs aus Quellen wie Sonne, Wind oder Biomasse kommen. 2016 waren es aber erst 5,4 Prozent - 0,4 Prozentpunkte mehr als noch 2015. Damit belegt Luxemburg den letzten Platz im innereuropäischen Vergleich - hinter Malta und den Niederlanden mit einem Anteil von je sechs Prozent. Spitzenreiter in Europa ist Schweden mit einem Anteil von 53,8 Prozent. Finnland kam auf 38,7, Lettland auf 37,2 Prozent. Ihre eigenen Zielwerte erreicht haben bislang Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Kroatien, Italien, Litauen, Ungarn, Rumänien, Finnland und Schweden.

EU-Kommissar Cañete fordert weitere Anstrengungen

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete mahnte zu weiteren Anstrengungen. „Erneuerbare Energien sind jetzt wettbewerbsfähig und manchmal billiger als fossile Energien“, erklärte der Spanier in Brüssel. Zudem beschäftige die Branche in Europa eine Million Menschen und ziehe Investitionen an. „Die Argumente für höhere Zielmarken und mehr Ehrgeiz sind stärker als je zuvor.“

Arias Cañete kündigte gleichzeitig eine Finanzspritze von 578 Millionen Euro für den Bau einer Stromtrasse zwischen Spanien und Frankreich an, nach Kommissionsangaben der größte jemals vergebene Einzelförderbetrag zum Ausbau der Energienetze. Die 370 Kilometer lange Leitung soll teilweise unter Wasser in der Bucht von Biskaya verlegt werden und die Kapazität zwischen beiden Ländern von 2.800 auf 5.000 Megawatt verdoppeln.