DÜDELINGEN
PATRICK WELTER

Rettungswesen: kasernierter Bereitschaftsdienst rund um die Uhr in Düdelingen

Der Fortschritt schläft und das ist dieses Mal gut so. Im Vorgriff auf die zwar praktisch laufende, aber gesetzlich immer noch nicht abgesegnete, Reform des Rettungswesens gibt es jetzt im Einsatzzentrum Düdelingen ein Pilotprojekt für einen „kasernierten Bereitschaftsdienst“. Der Begriff klingt sehr martialisch, aber de facto bedeutet er nur, dass Rettungskräfte, insbesondere die freiwilligen Rettungshelfer, ihren Bereitschaftsdienst in der Rettungswache ableisten und dort auch schlafen können. Bisher wurden freiwillige Ambulanzhelfer per Piepser zu Hause alarmiert und mussten dann erst zur Rettungswache kommen. Der Zeitverlust war erheblich.

Verkürzte Einsatzzeiten

Mit dem neuen System wird das Ausrücken eines ersten Rettungswagens innerhalb von zwei Minuten nach der Alarmierung möglich. Das Fernziel sieht vor, neben der Ambulanz auch einen voll besetzten Feuerwehrwagen innerhalb von zwei Minuten auf die Straße zu bringen. Das Pilotprojekt, das in Düdelingen schon seit dem 15. Februar läuft, beschränkt sich aber zunächst auf die Ambulanzwagen. Demnächst folgen noch die Rettungszentren von Esch/Alzette und von Ettelbrück mit einem eigenen „kasernierten Bereitschaftsdienst“. Die Erprobungsphase soll zunächst vier Monate dauern.

Das neue System verkürzt nicht nur die Einsatzzeiten, auch verhilft es den Freiwilligen zu einer besseren Planung. Um die Kräfte vor Ort nicht zu überlasten, arbeiten für das rund um die Uhr besetzte Einsatzzentrum Düdelingen die Korps von Düdelingen, Bettemburg und Kayl zusammen.

Nicht zuletzt Innenminister Kersch wies bei der Besichtigung der Räume in Düdelingen darauf hin, dass es auch in Zukunft ohne Freiwillige nicht geht. Hauptamtliche Rettungskräfte, im Zentrum Düdelingen sind es zwölf, und freiwillige Rettungshelfer müssten sich auch in Zukunft ergänzen. Die dafür notwendigen baulichen Einrichtungen sollen den Ehrenamtlichen die Sicherheit vermitteln, auch in Zukunft fester Bestandteil des Rettungswesens zu sein.

Ziel: 15 rund um die Uhr besetzteEinsatzzentren

In Düdelingen hat die Stadt neben dem bestehenden Zentrum sechs Container aufgebaut, von denen fünf jeweils Raum für zwei Schlafplätze bieten, der sechste enthält die notwendigen Sanitäranlagen mit Duschen. Die Baukosten, getragen von der Stadt Düdelingen, beliefen sich auf insgesamt 214.000 Euro.

Wenn die Reform des Rettungswesens in Gänze abgeschlossen ist, wird es in den Rettungszentren der Kategorien III und IV, das werden insgesamt 15 sein, einen kasernierten Bereitschaftsdienst geben, um ein schnelles Ausrücken der ersten Einsatzteams rund um die Uhr zu sichern.