LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

ADEM blickt auf dynamisches Jahr 2017 zurück - Neuerungen in Aussicht

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren nicht alle Arbeitsuchenden gleichermaßen. Die Agentur für Arbeit hat zu diesem Zweck einige Projekte umgesetzt. Beispielsweise können sich seit August des vergangenen Jahres Arbeitgeber des öffentlichen, des gemeinnützigen oder des solidarwirtschaftlichen Sektors für die Schaffung von Arbeitsplätzen zugunsten von Langzeitarbeitslosen die Gehaltskosten vom Staat erstatten lassen. Im vergangenen Jahr gingen 99 Anfragen dafür bei der Agentur ein.

Anmeldung telefonisch oder per Mail

Im vergangenen Jahr hat sich die Beschäftigungssituation in Luxemburg verbessert, die Arbeitslosenquote ging weiter zurück. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging über ein Jahr insgesamt um 4,4 Prozent zurück. Besonders deutlich zeigt sich die Abnahme bei den Unter-30-Jährigen und den Geringqualifizierten. Auch Langzeitarbeitslose (seit mindestens einem Jahr bei der ADEM gemeldet) hätten von diesem Trend profitiert, heißt es im gestern vorgestellten Jahresbericht der ADEM. Viele Arbeitsuchende über 45, Menschen mit gesundheitlichen Problemen aber auch Hochschulabsolventen dürften diese an sich positiven Nachrichten aber weniger erfreuen. Diese drei Kategorien profitieren nämlich in geringerem Maße vom Rückgang der Arbeitslosenquote. „Man muss ebenfalls eine hohe Anzahl von nicht-besetzten Posten in bestimmten Berufen feststellen“, erklärte ADEM-Direktorin Isabelle Schlesser. Eine Priorität bestand deshalb 2017 darin, das Weiterbildungsangebot auszubauen, von dem mehr als 4.900 Arbeitsuchenden profitierten. 30 Weiterbildungskurse hat die ADEM neu in ihr Programm aufgenommen.

Über das 2017 ins Leben gerufene Projekt COSP-HR haben 2017 39 Menschen Arbeit gefunden. Ziel dieses Projekts ist laut ADEM die „Bewertung der beruflichen Neigungen und Fähigkeiten von Arbeitnehmern mit Behinderung oder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit, um die Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern.“ Mehr als 200 Menschen haben das damit verbundene Praktikum beim Zentrum für Berufs- und Sozialplanung (COSP) durchlaufen.

Arbeitsuchende sollen sich künftig auch telefonisch oder per Mail bei der ADEM einschreiben können statt persönlich vorstellig werden zu müssen. Auf diese Einschreibung, die dann gegebenenfalls auch den Bezug von Arbeitslosengeld ermöglicht, folgt dann ein fester Termin. Das Profiling der Arbeitsuchenden nehmen in Zukunft eigens dafür geschulte Berater vor, um ein besseres und genaueres Bild zu erhalten. Ressortminister Nicolas Schmit (LSAP) betonte laut Mitteilung der ADEM, die individualisierte Vorgehensweise bleibe „im Mittelpunkt der Bemühungen“. Initiativen in diese Richtungen sollen „in den kommenden Monaten und Jahren noch verstärkt werden“.