LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Der Verband FEDIL verleiht zum 23. Mal Innovationspreise an hiesige Unternehmen

Der Unternehmensverband FEDIL hat vier Unternehmen aus Luxemburg für ihre Innovationen in vier Kategorien ausgezeichnet. Der Innovationspreis des ehrwürdigen hundertjährigen Verbandes wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Umweltpreis vergeben. Seit 1982 wurden so zahlreiche Unternehmen aus Luxemburg die Möglichkeit für mehr Sichtbarkeit gegeben.

Hommage an das Unternehmertum

Vor rund 120 Gästen in der Handelskammer unterstrich FEDIL-Präsident Nicolas Buck wie wichtig es ist, diesen Unternehmen Sichtbarkeit und öffentliche Aufmerksamkeit zu ermöglichen. „Ohne diese Menschen und ihren Enthusiasmus gäbe es keinen technischen Fortschritt, keine Verbesserungen, keine höhere Produktivität und folglich auch kein Wirtschaftswachstum für unser Land“, sagte Buck. Er stelle die Gewinner des Preises in vier Kategorien vor. So gewann Goodyear in der Kategorie Prozesse. In den USA muss GM drei Werke aufgrund von Trumps Politik schließen (s. S. 28). Hier aber sieht die Zukunft gut aus, denn der Hersteller hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem Reifen schneller, preiswerter und mit neuem Design produziert werden können.

Bislang mussten rund 8.000 Löcher in einen Reifen gebohrt werden, um die beim Vulkanisieren eingeschlossene Luft zu entfernen. Im neuen Vulkanisierungsverfahren, das in Luxemburg entwickelt wurde, wird Vakuumtechnologie genutzt. Bei den Winterreifen wird die Technologie schon jetzt umgesetzt.

In der Kategorie „Product Engineering“ gewann Cebi mit einem handtellerlangen Gerät, das verhindert, dass bei Vereisung Eis oder Wasser in den Turbo oder Motor gerät. Es ist ein Drittel leichter und verbraucht ein Viertel an Komponenten weniger als Vorläufer. Schon 2019 sollen mehr als eine halbe Million Stück produziert werden, die vor allem für den amerikanischen und asiatischen Markt gedacht sind. Mit dem dreifach patentierten „Blow-by heater“ sichert Cebi auch den hiesigen Standort ab.

Ein Scherbenzähler

Das Differdinger Unternehmen Virelux gewann in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ den Innovationspreis für sein Produkt Optifrac. Es kommt bei Windschutzscheiben zum Einsatz. Denn in der Automobilindustrie sind Tests vorgeschrieben, um sicherzustellen, dass die Scheiben anforderungskonform in kleinste Teile aufbrechen, wenn ein Gegenstand darauf stößt.

Bislang wurden diese Fragmente manuell gezählt - was zeitaufwändig und subjektiv ist. Virelux entwickelte einen neuen Bildschirm und Kameras sowie eine automatische Zählmethode.

Optifrac wird bereits vom größten Autoglashersteller genutzt und der französische Produzent Saint Gobain will alle Werke damit ausstatten. In der Kategorie Start-ups gewann DocUnify mit dem Produkt AdminTech, das mehreren Personen die Arbeit an einem Dokument erlaubt. Das zunächst für die Fondsindustrie entwickelte AdminTech findet auch Kunden in Hotels, Banken oder Kanzleien. Weil Innovation oft mit Jugend verbunden wird, hatte die FEDIL einen besonderen Gastredner eingeladen: Max Arendt führte seinen „R.A.M“ vor, eine Drohne, die von einer Person durch Körperbewegungen gesteuert wird. Der 20-Jährige hat bereits in Luxemburg und China dafür Preise eingeheimst (das LJ berichtete). Jetzt sucht er Investoren.
www.fedil.lu