VÖLKLINGENCHRISTIAN SPIELMANN

„Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Am Freitag eröffnet die neue Ausstellung „Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen.“ in der Gebläsehalle im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die Presse hatte bereits am Dienstag die Gelegenheit, diese aus dem Turiner Museo Egizio, dem ältesten ägyptischen Museum der Welt, übernommene Sammlung von rund 250 Exponaten zu bewundern. Der Generaldirektor des Weltkulturerbes, Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig, zeigte sich ganz besonders stolz, dass diese Fundstücke aus 4.000 Jahren altägyptischer Hochkultur in Völklingen zu sehen sind. In Turin wird das Museum zurzeit renoviert, und so konnte die fast vollständige ägyptische Sektion ins Saarland transportiert werden.

Reise durch die ägyptische Kultur

Am Eingang zur Gebläsehalle steht die Statue der löwenköpfigen Göttin Sachmet. Die Ausstellung beginnt mit den elf Foliobänden der „Description de I‘Égypte“. Zwischen 1798 bis 1801 wollte Napoleon Bonaparte Ägypten erobern. Neben seinen Soldaten nahmen auch Wissenschaftler am Heereszug teil, der jedoch scheiterte. Europa wurde alsdann von einer Ägypten-Manie erfasst. Von 1809 bis 1813 wurden die zehn Textbände und ein Bildband veröffentlicht.

Ein kurzer Film erklärt die Umbauarbeiten im Turiner Museum Egizio, das 1824 eröffnet wurde. Verschiedene detailgetreue Modelle zeigen Tempel aus Ägypten, u. a. Abu Simbel.

Die Faszination Ägypten beginnt mit etlichen Gefäßen, Schminkutensilien, Stelen und kleinen Figuren. Ein kleiner Sarg und ein Modell eines Bootes zeigen die Kunstfertigkeit der alten Ägypter, wie auch ein menschenförmiger Deckel einer Kanope, also jenem Gefäß in dem die Eingeweide des Leichnams getrennt vom Körper beigesetzt wurden.

Auf verschiedenen Stelen sind Hymnen an die Götter oder die Verstorbenen aufgemalt. Etwas Geheimnisvolles versprüht die Statue der Göttin Mut, die symbolische Mutter des Pharaos. Die Statue vom Hohepriester Paneshi und seiner Frau strahlt eine besondere Ruhe aus, wie auch ein Sarkophagdeckel aus der späten dritten Zwischenzeit. Mit dem Sarg des Bak-en-Chons aus der dritten Zwischenzeit beginnt eine Abteilung mit Sarkophagen. Dazwischen stehen Statuetten von einem Schakal, des Apis-Stiers, dem Symbol für Fruchtbarkeit, oder des Ptah-Sokar-Osiris, eine Verschmelzung der Totengötter Osiris und Sokar, ein Amulett des Anubis, dem Gott der Totenrituale, und Salbgefäße. Kurios wirken ein Katzensarg, Katzenmumien, die Statuette der Isis-Aphrodite und eine Krokodilstatuette.

Fotografien von Helmut R. Schulze

Helmut R. Schulze wurde 1929 in Sachsen geboren. Er machte sich einen Namen als Fotograf und hatte das Glück, während vielen Jahren den ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat auf seinen Reisen zu begleiten. Schulze bereiste Ägypten und hatte Zutritt zu vielen Stätten, die ein „normaler“ Mensch nie zu Gesicht bekommen wird. Seine 150 Fotografien ergänzen die Exponate aus dem alten Ägypten. Seine Bilder sind an Orten wie Theben, Luxor oder Abydos gemacht worden, und sie stellen die Pharaonische Kultur in den Mittelpunkt. Somit bekommt der Besucher einen wunderbaren Eindruck, wie Ägypten heute aussieht, und andererseits kann er in die mysteriöse Welt zwischen der Vorgeschichte, über das Alte, Mittlere und Neue Reich, bis hin zur Spätzeit abtauchen und von Pyramiden und Pharaonen träumen.
Noch bis zum 22. Februar 2015 kann man die Ausstellung besichtigen. Alle weiteren Informationen auf der Internetseite www.voelklinger-huette.org.