BRÜSSEL/LUXEMBURG
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Zahlreiche E-Shops klären Kunden nicht über ihre Rechte auf

Gestern veröffentlichte die Europäische Kommission die Ergebnisse einer EU-weiten Überprüfung („Sweep“) von fast 500 E-Shops, die Kleidung und Schuhe, Möbel und Haushaltsartikel sowie Elektrogeräte verkaufen. Diese Durchsuchung wurde von Verbraucherschutzbehörden aus 27 Ländern unter der Koordination der Kommission durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwei Drittel der überprüften Webseiten die grundlegenden EU-Verbraucherrechte nicht erfüllen, gleiches kam bei der in Luxemburg durchgeführten Überprüfung heraus, die von der „Autorité nationale de protection des consommateurs“ übernommen wurde.

Erhebliche Mängel

Die EU-Verbraucherrechterichtlinie stellt sicher, dass jeder Verbraucher beim Online-Kauf das Recht hat, klare, korrekte und verständliche Informationen über die Lieferbedingungen, das Widerrufsrecht und die gesetzliche Garantie im Falle eines fehlerhaften Produkts zu erhalten. Dies trifft allerdings laut aktuellster Prüfungen kaum zu. So informieren beispielsweise mehr als ein Viertel der gekennzeichneten Webseiten die Verbraucher nicht darüber, wie sie von einem Vertrag zurücktreten können, obwohl dies eigentlich in klarer und verständlicher Weise dargestellt werden muss. Fast die Hälfte der E-Shops wies nicht einmal auf eine Rückgabefrist des Artikels hin, die in der Regel 14 Tage ab dem Zeitpunkt, zu dem der Händler über eine Rücktrittsabsicht informiert wurde, beträgt. Auch die Information über eine gesetzliche Mindestgarantie von zwei Jahren für Reparaturen, den Ersatz oder die Rückerstattung der Ware, falls diese zum Lieferzeitpunkt fehlerhaft war, ging bei mehr als einem Drittel der überprüften E-Shops unter. Daher müssen Händler nun besondere Anstrengungen unternehmen, um ihre Kunden richtig und vor allem detaillierter über Liefer- und Verkaufsbedingungen aufzuklären. Nachdem die nationalen Behörden eingehende Untersuchungen der zahlreichen Regelwidrigkeiten unternommen haben, werden die betroffenen Shops kontaktiert und aufgefordert, die Informationen in ihrem Online-Shop zu korrigieren.