LUXEMBURG
SVEN WOHL

Erste Messe für Nachhaltigkeitsbildung bringt alte und neue Akteure zusammen

Die Klimakrise beschäftigt nicht nur Politiker und Aktivisten, sondern vor allem die jüngeren Generationen. Bei Protesten und Demonstrationen fällt auf, mit welch energischer Dynamik eine kohärente Klimapolitik gefordert wird. Dabei arbeiten die Jugendlichen auch an sich selbst und erkennen, dass es unter anderem im Rahmen der Schule zahlreiche Möglichkeiten gibt, um der Klimakrise die Stirn zu bieten. Dass die Politik in dieser Hinsicht ein Wegbereiter und Begleiter sein kann, und vor allem ein offenes Ohr für die jüngere Generation hat, bewies man indes gestern bei der ersten Messe für Nachhaltigkeitsbildung im „Forum Geesseknäppchen“.

Ideen kommen aus allen Bereichen

Bemerkenswert war vor allem die Mischung der Stände. Denn neben staatlichen Akteuren, wie etwa den Verwaltungen des Umweltministeriums, waren zahlreiche ONGs sowie auch Schüler und Lehrpersonal aus sechs Lyzeen des Landes anzutreffen, welche sich verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten verschrieben haben. Es war ein Austausch zwischen all jenen, die seit kurzem oder seit langem das Konzept der Nachhaltigkeit leben. Ein Fokus wurde auf das gesetzt, was jeder Schüler im Alltag bereits leisten kann. Weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zum Recycling und Wiederbenutzen von Ressourcen. Dass die Schulkantinen hier eine wichtige Rolle spielen, wissen nicht nur die Schulen und das Ministerium, sondern auch Restopolis, welche diese betreiben und für wiederbenutzbare Utensilien werben. Dazu gehören etwa die „myCan“, das „mayKit“ oder die „Ecobox“.

Bildungsminister Claude Meisch und die Umweltministerin Carole Dieschbourg ließen es sich nicht nehmen, sich verschiedene Projekte, die von Solarzellen bis hin zu Kleidern aus recycelten Rohstoffen reichten, zu begutachten. Carole Dieschbourg lobte die Idee für die Messe und die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Ministerien sowie den zahlreichen Akteuren, welche ihre Stände hier aufgerichtet hatten, um ein möglichst breites Publikum innerhalb der Bildung, vom Lehrpersonal hin zu den Schülern, anzusprechen. „Wir müssen jeden an Bord bekommen, um die große Transition hinzukriegen“, betonte die Ministerin und unterstrich, dass Jugendliche bereits verinnerlicht hätten, dass man die gewohnten Lebensweisen hinterfragen müssen, wenn man den Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft begehen möchte. Da der Kampf gegen den Klimawandel andauern wird, wird das Thema wahrscheinlich nicht so schnell aus den Schulen und der Bildung wegzudenken sein.