CHARLOTTE HONOREZ

2016 wurden laut UN mehr als 65,6 Millionen Menschen weltweit wegen Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben. Dazu gehören auch die Bewohner der Zentralafrikanischen Republik. Fast 500.000 Menschen flüchteten seit November 2013 aus der Zentralafrikanischen Republik in Nachbarländer, fast so viele, wie in Luxemburg leben. Weitere 500.000 der zurückgebliebenen Bevölkerung sind Vertriebene im eigenen Land. Immer wieder flammen neue bewaffnete Konflikte zwischen Séléka- und meist Anti-Balaka-Milizen auf, deren Einflussgebiete die Republik spalten. Seit 2016 befinden sich 40 Prozent der zentralafrikanischen Bevölkerung in einer akuten Ernährungsnotlage. Nur 30 Prozent der ländlichen Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Drei von vier Menschen haben keine Sanitäreinrichtung. Diese Situation trägt dazu bei, dass Krankheitserreger und Keime sich schneller verbreiten und die durch Hunger schon geschwächten Menschen schneller und schlimmer erkranken. Inmitten dieser Notlage leben die Aka, ein indigenes Pygmäenvolk, im Tropenwald in der Lobaye Provinz, erklärt Charlotte Honorez von der Fondation Follereau.

„Die Fondation Follereau und FAIRMED setzen sich seit vielen Jahren für die Verbesserung des Gesundheitswesens in dieser Region ein. Durch eine zusätzliche Nothilfe konnte auch dieses Jahr die Nachfrage an Basis-Gesundheitsdienstleistungen gewährleistet werden. Was für uns eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint, ist für die zentralafrikanische Population ein täglicher Kampf ums Überleben. 2016 konnten durch Spendengelder und Unterstützung des Luxemburger Kooperationsministeriums das System der Gesundheitstickets für die Aka und die Entlohnung und Training des Gesundheitspersonals gewährleistet werden. Es wurden zahlreiche notwendige Sensibilisierungskampagnen durchgeführt, wobei besonders auf hygienische und medizinische Aufklärung geachtet wurde. Es konnten auch die nötigen Medikamente gekauft und verteilt werden.

Im Rahmen des Projektes werden alle hilfsbedürftigen Menschen der Region unterstützt. Es liegt jedoch ein besonderer Fokus auf der Mutter-Kind-Betreuung, da sie besonders anfällig sind für Krankheiten und Armut. 

Im Rahmen einer Sensibilisierungskampagne in Luxemburg über die Notlage in der Zentralafrikanischen Republik und das Projekt lädt die Fondation Follereau zur Ausstellung ‚Discover Respect Adapt‘ ein. Vom 9. August bis 2. September 2017 organisiert die Fondation Follereau im Minett Park Fond-de-Gras eine Outdoorausstellung mit Fotos und Informationen über die Lebensumstände und Rechte indigener Völker und unsere Einflussmöglichkeiten, wenn es um ihren Schutz und den der Regenwälder geht. Am 2. September findet die Finissage mit Filmprojektion ‚Song from the Forest‘ statt.

Am 9. August um 18.00 findet im Rahmen des Internationalen Tages der indigenen Völker die Vernissage der Exhibition: Discover Respect Adapt im Minett Park Fond-de-Gras mit Vorträgen zum Thema ‚Indigene Völker, Menschenrechte und Naturschutz‘ statt. Simultanübersetzung auf Deutsch und Französisch. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung unter presse[at]ffl.lu wird gebeten.“