LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Beim Luxembourg Cluster Forum zogen acht Manager Bilanz und gaben einen Ausblick

In Luxemburg sind die acht Cluster von Luxinnovation zuständig für neue Ideen, Hilfen für Unternehmen, Promotion, Internationalisierung und Branding. Diese abstrakten Begriffe füllten gestern acht Cluster-Manager und ihre Präsidenten mit Leben.

In einem mit 200 Besuchern gut gefüllten Utopolis-Kinosaal stellten sie die neuesten Entwicklungen vor und zogen Bilanz..

Saubere Innenstadt

In der Luxemburger Innenstadt soll demnächst Schluss sein mit Lastwagen, die die Fußgängerzone verstopfen. Das Cluster for Logistics startet 2015 ein „urban distribution center“. Dort soll die Ware gesammelt und dann mit Elektro-Fahrzeugen zugestellt werden. Ähnliche Projekte laufen auch in anderen europäischen Städten. Darüber hinaus will das Cluster mit der Initiative „Lean&Green“ Unternehmen dazu bewegen, den Kohlendioxid-Ausstoß um 20 Prozent zu senken. Fünf machen mit.

Das ICT Cluster hat sich auf die Fahnen geschrieben, den ICT-Sektor enger mit der Finanzwirtschaft zu verbinden. Zur Zeit läuft eine Benchmark-Studie, die zeigen soll, wie der Sektor im europäischen Vergleich aufgestellt ist. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2015, wenn Luxemburg die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, will das Cluster Zeichen setzten; vor allem im Bereich IT-Sicherheit.

Automotive Campus für Zulieferer

Das Automotive Cluster plant den Bau eines Zentrums namens „Automotive Campus“ nach dem Vorbild eines solchen Zentrums im Ausland, dass die Clustermitglieder überzeugt hat. Es soll die Zulieferer zu engerer Zusammenarbeit bewegen, Kostensenkungen ermöglichen und weitere Zulieferer anziehen. Darüber hinaus profitiert das Cluster immer noch von der Wirtschaftsmission nach Südkorea und Japan. Bei einzelnen Unternehmen bahnen sich konkrete Abschlüsse an.

Projekte, Studien, Missionen

Das Materials Cluster setzt auf eine große Konferenz mit rund 800 Teilnehmern und 60 Sprechern, die sich mit der Industrieproduktion der Zukunft befasst. Das EcoInnovationCluster organisiert am 25. und 26. Juni die „EcoInnovation Days“. Aktuell wartet Clustermanager Marcel Klesen auf die Ergebnisse einer Studie, die im Januar präsentiert werden sollen. Gleichzeitig schreiten die Arbeiten an einem Projekt mit den Kapverden voran. Im März findet noch dazu eine Konferenz zum Thema Geothermie statt. Der Begriff der „Circular Economy“ solle noch viel bekannter gemacht werden. Das Maritime Cluster nimmt Anfang Februar an der Pariser Messe Euro-
martimes teil. An dem Stand sind zehn Unternehmen beteiligt. Das Cluster for BioHealth will die Finanzierung durch Risikokapital und die Internationalisierung voran treiben und im Bereich Gesundheitssysteme arbeiten. Das Space Cluster plant Reisen in die USA, die Türkei und Russland sowie eine Teilnahme an der Pariser Messe. Die Regierung erhofft sich von den Clustern 3.000 neue Arbeitsplätze und 300 neue Unternehmen bis 2020. „Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten ihre Kräfte bündeln“, betonte Laurent Federspiel, der die Arbeit der acht Cluster koordiniert.

Staatssekretärin Francine Closener begrüßte die Initiativen, während sich Federspiel und sein Präsident Jean-Paul Schuler erfreut über den politischen Rückhalt zeigten. Für Belustigung sorgte Sprecher Thimon de Jong von der Utrechter Universität, der über Netzwerke sprach. Bei einem anschließenden Empfang konnten die Teilnehmer dann selbst netzwerkeln.