KLEINBETTINGEN
JEFF KARIER

„Farin’Up“: Praktische Verpackung und vielfältige Produktlinie

Die Verpackung von Mehl ist eigentliche die einzige, die Jahrzehnte lang unverändert blieb“, meint Jean Muller, Generaldirektor der „Moulins de Kleinbettingen“. Die Mühle, die in dem eher unscheinbaren und idyllischen Dorf Kleinbettingen im Westen des Landes in der Gemeinde Steinfort liegt, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Betrieb, der nun bereits in vierter Generation von der Familie Muller geführt wird, schreckt dabei nicht vor Innovationen zurück, im Gegenteil. „Mit ‚Farin’Up‘ haben wir 2010 das erste praktische Mehl für die Küche entwickelt.“ Dabei handelt es sich in erster Linie um eine innovative Verpackung, die gegenüber der üblichen aus Papier sauberer, beständiger und problemlos wiederverschließbar sei. Ein Umfüllen entfalle laut Muller somit.

„Farin’Up“ ist aber auch eine Produktreihe, die 2010 ihren Anfang nahm. „Damals war unser erster Kunde die französische Supermarktkette ‚Casino‘“, erinnert sich der 34-Jährige, der vor sechs Jahren die Geschäftsführung von seinem Vater Edmond übernommen hat. Damals habe man zwar auch das Produkt in Luxemburg präsentiert, allerdings sei zu dem Zeitpunkt niemand daran interessiert gewesen. „Mit ‚Casino‘ als Partner hatten wir allerdings großen Erfolg, woraufhin wir dann auch in Luxemburg Abnehmer finden und überzeugen konnten.“ Heute sind „Farin’Up“-Produkte in Supermärkten in acht Ländern zu finden.

Sortiment vergrößert

Seit 2010 hat sich aber nicht nur die Zahl der Abnehmer vervielfältigt, sondern auch die der Produkte. „Mittlerweile stellen wir 40 verschiedene ‚Farin’Up‘-Produkte her, die alle hier in Kleinbettingen produziert werden.“ Dazu zählen neben verschiedenen Mehlen, wie Buchweizenmehl oder Bio-Weizenmehl, auch Pinien- und Kürbiskerne sowie Fertigmischungen. Vor allem Letztere, um genauer zu sein die „American Pancake“-Mischung der Produktreihe sei sehr gefragt. „Zu der Mischung muss man nur noch Wasser oder Milch hinzugeben“, erklärt Muller und lacht: „Und wenn sogar ich es schaffe, so Pancakes zu machen, dann schafft das jeder.“

Da die Mühle selbst aber nur Weizenmehl und Grieß, etwa für die Pastaproduktion, herstellt, werden alle weiteren Grundprodukte eingekauft und in der Manufaktur in Kleinbettingen zu den „Farin’Up“-Produkten weiterverarbeitet beziehungsweise verpackt.

Pläne für die Zukunft

Die „Moulins de Kleinbettingen“ plane auch für das kommende Jahr weitere Neuheiten. Unter anderem Bio-Produkte. „Insgesamt sollen es 2017 zehn verschiedene Produkte werden“. Außerdem wolle man die Kundschaft im Gastronomiegewerbe in den nächsten Jahren stärker ins Visier nehmen und den Export weiter vorantreiben. Und Interesse aus dem weiteren Ausland bestehe. So führe das Unternehmen etwa Gespräche in China, den USA und Kanada.

Dabei sei der Export von Mehl und Mehlprodukten für den Haushalt im weltweiten Handel eher ungewöhnlich. „Mehl ist normalerweise ein nationales Produkt. Mit unserer innovativen, hochqualitativen und praktischen Verpackung, ist es uns dennoch gelungen, Mehl für den Hausgebrauch erfolgreich zu exportieren und das ist nahezu einzigartig.“

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit und Wiederverwertung von Verpackungen muss man allerdings feststellen, dass Papier gegenüber dieser zwar innovativen, aber eben auch schwieriger zu recycelnden Plastikverpackung im Vorteil ist. „Wir sind uns dieser Problematik bewusst. Zwar ist unsere ‚Farin’Up‘-Verpackung auch wiederverwertbar, wir versuchen dennoch seit geraumer Zeit einen passenden biologisch abbaubaren Kunststoff für unsere Verpackungen zu finden. Das ist aber noch nicht der Fall“


Am Samstag und Sonntag finden in den „Moulins de Kleinbettingen“ Tage der offenen Tür statt und das jeweils von 10.00 bis 17.00. Bei dieser Gelegenheit kann man einen Einblick in die Arbeit einer modernen Mühle gewinnen und mehr über die Produkte des Unternehmens erfahren. Weitere Informationen unter www.mkmoulin.lu