LUXEMBURG/FOETZ
MARCO MENG

Mit Laser, Trockeneis und atmosphärischem Plasma rückt „BS Innoclean“ dem Schmutz auf den Leib

Mangelnde Reinigung kann im Produktionsbetrieb zu niedrigerer Qualität und der Verlangsamung von Herstellungsprozessen führen und bis zu 30 Prozent der Kosten für die Herstellung von Produkten verschlingen. Das wusste auch der Ingenieur Simon Tritz, der mit seinem Unternehmen „BS Innoclean“ in Foetz erstmals innovative Technologien anwendet, um die am besten geeignete Reinigung und Vorbereitung der Oberfläche zu identifizieren und zu installieren.

„Jedes Projekt ist einzigartig und erfordert eine maßgeschneiderte und spezifische Lösung“, erklärt Tritz. Sein Unternehmen bietet den Kunden die vollautomatisierte Integration und übernimmt die Definition des Robotertyps, Programmierung bis zur Schulung des Personals.

Was genau macht Ihr Unternehmen?

Simon Tritz Mein Unternehmen „BS Innoclean“ bietet innovative Lösungen zum Reinigen, Entschichten und zur Oberflächenvorbereitung. Wir definieren Lösungen, die vollständig auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Wir haben darum auch keinen Produktkatalog, sondern nutzen unser Know-how und unsere technologischen und industriellen Kenntnisse. Dabei verwenden wir drei Arten von Technologien: Laser, Trockeneis-Technik und atmosphärisches Plasma. Für jede Anwendung entwickeln wir alle Komponenten, die an die Anwendung des Kunden angepasst werden.

Trockeneis, Laser, Plasmatechnik?

Tritz Die Reinigung mit Trockeneis ist eine Technik, die tiefe Temperaturen und physikalische Effekte bei tiefen Temperaturen nutzt. Sie wird vor allem zur Beseitigung von durch Feuer verursachten Schäden, zur Fassadenreinigung, Restaurierung von historischen und denkmalgeschützten Gebäuden und anderes mehr eingesetzt.

Die Anwendung der Laserreinigung beruht auf dem Prinzip von Photonenimpulsen, die auf die Oberfläche projiziert werden. Der
Laser ermöglicht, viele Arten von Beschichtungen schnell zu entfernen wie Lacke, Oxide oder Rückstände auf der Oberfläche, seien es Fett, Öl, Staub. Diese Art von Laser-Einsatz ermöglicht einen Reinigungsgrad, den man mit herkömmlichen Technologien nicht erreichen kann. Er ist auch sehr umweltfreundlich, weil dabei kein chemischer Abfall oder Staub entsteht.

Plasma ist ein ionisiertes Gas, das aus elektrisch geladenen und neutralen Teilchen besteht, die extrem reaktiv sind. Beide Typen reagieren mit der Materialoberfläche, und damit kann man Oberflächen von Stoffen, wie beispielsweise Kunststoff, Metall, Glas, Textilien oder Verbundwerkstoffe reinigen und sterilisieren.

Wie kamen Sie auf die Idee, „BS Innoclean“ zu gründen?

Tritz In den letzten Jahren wird überall von industrieller Revolution und Industrie 4.0 geredet. Darunter wird vor allem Computer, Roboter, Sensoren und damit zusammenhängende Anwendungen verstanden, aber die Reinigung erfolgt immer noch manuell mit einer Bürste oder einem Tuch oder in chemischen Bädern, die die Umwelt schädigen. Da kommt unsere Revolution ins Spiel, die wir heute anwenden mit meiner mehr als zehnjährigen Erfahrung als Ingenieur in der industriellen Welt und in der industriellen Entwicklung. Mir wurde klar, dass niemand objektiv einen kundenorientierten Service anbietet. Jeder bot seine eigene Technologie an und dachte, sie sei die Beste.

Seit wann sind Sie operationell?

Tritz Ich habe das Unternehmen im Oktober 2014 gegründet. Ich habe meinen alten Job bis 2016 behalten, um das Geschäft von „BS Innoclean“ vorzubereiten und zu sehen, ob und wie es funktioniert. Dann habe ich in meinem alten Beruf nur noch Teilzeit gearbeitet. Und seit April 2017 arbeite ich zu hundert Prozent für „BS Inno-clean“. Man kann also sagen, dass „BS Innoclean“ seit einem Jahr im Betrieb ist, aber seit mehr als drei Jahren entwickelte ich die entsprechende Technologie.

Wie läuft das Geschäft jetzt? War der Start schwierig?

Tritz Das Geschäft läuft gut. Ich habe schon sechs Angestellte und werde auch 2018 einstellen. Ich habe mehrere Agenturen gegründet: drei in Frankreich, zwei in Deutschland und eine in Belgien. Ganz am Anfang verlangte das alles natürlich sehr viel Arbeit, um die Unternehmensstruktur, die Partner und das Konzept zu gestalten. Es ist nicht immer einfach, die richtigen Informationen und die richtigen Leute zu finden.

Wer sind Ihre Kunden?

Tritz Die Kunden kommen aus unterschiedlichsten Bereichen. Wir arbeiten mit großen Gesellschaften wie ArcelorMittal, Renault, Dupont Teijing oder Valéo zusammen. Aber auch mit kleineren Unternehmen und sogar Einzelpersonen. Wir wollen diese innovativen Technologien allen zugänglich machen.

Welche Pläne haben Sie weiter?

Tritz Für die Zukunft möchte ich unser Geschäftsgebiet konsequent weiterentwickeln: In Europa und dann in China, wo ich bereits gute Kontakte habe. Und nach Amerika wollen wir ebenfalls expandieren. Wir entwickeln täglich Innovationen und integrieren immer die innovativsten Technologien wie 3D-Druck und kollaborativ Roboter.

www.bs-innoclean.lu