LUXEMBURG
NANCY LAMBERT

„Science Club“ macht neugierige Kinder im „natur musée“ zu kleinen Forschern

Bernsteine unter der Binokularlupe analysieren, Stabheuschrecken auf dem Arm krabbeln lassen, Blattschneiderameisen beobachten: Beim Workshop „Faszinatioun Insekten“, der in regelmäßigen Zeitabständen im „natur musée“ stattfindet, kommen junge Insektenliebhaber zwischen elf und 15 Jahren auf ihre Kosten. Zum dritten Mal in Folge nahmen Lea Numberger-Thuy, Biologin und Leiterin des Workshops, und der Paläontologe Ben Thuy am Donnerstag die jungen Teilnehmer mit auf eine Zeitreise durch die Insektenwelt, von der kambrischen Explosion bis hin zu den heutigen Insektenstaaten.

Organisiert wurde der Workshop vom „Science Club Luxembourg“, der Jugendlichen zwischen elf und 18
Jahren zahlreiche Aktivitäten zum Thema Naturwissenschaften anbietet.

Begeisterung für Besonderheiten

Die Präsentation der neuen Dauerausstellung zum Thema Insekten im „natur musée“ stellt die erste Station des Workshops dar. Nach einer Einleitung über den Ursprung der Insekten dürfen die Teilnehmer ein 3D-Modell ausprobieren, das die Evolution von der Zelle zum Insekt illustriert. Anschließend werden die Besonderheiten einzelner Insekten hervorgehoben: Die Wichtigkeit der Bienen für unser Ökosystem, das außergewöhnliche Flugverhalten der Hummeln und die enorme Kraft der Blattschneiderameisen werden unter anderem erläutert.

In der zweiten Station des Workshops darf selbstverständlich auch der praktische Teil nicht fehlen. Nachdem alle Teilnehmer eine Stabheuschrecke auf die Hand genommen hatten, stand das Analysieren und wissenschaftliche Zeichnen auf dem Programm: Mithilfe einer Binokularlupe, einem Stereomikroskop, sollten die jungen Forscher ein in einem Bernstein eingeschlossenes Insekt abzeichnen und beschriften. Numberger-Thuy erklärt dazu: „Diese Aktivität ermöglicht den Kindern, sich wie ein Wissenschaftler zu fühlen. Manchmal findet man dabei auch heraus, wie sie sich später weiterentwickeln könnten, was ich sehr interessant finde.“

Die fünf Teilnehmer waren von Anfang an mit viel Eifer dabei. Auf die zahlreichen Quizfragen der Biologin hatten sie fast immer eine Antwort parat. Dass nicht alle über die gleichen Kenntnisse verfügen können, darauf muss man sich von Anfang an einstellen, so Numberger-Thuy. Dennoch konnten die meisten Teilnehmer Erfahrungen im Bereich der Naturwissenschaften mitbringen. Während die zwölfjährige Lena bereits Mitglied im „Panda-Club“ war, dem „Science-Club“ für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, berichtete Benoît (11) über mehrere vom „Science-Club“ organisierte Workshops, an denen er teilgenommen hatte. Die Anmeldung bei „Faszinatioun Insekten“ lässt sich bei den Teilnehmern auf ihr persönliches Interesse für Insekten und deren Evolution zurückführen.

Naturwissenschaften als Zukunftswunsch?

Trotz ihres jungen Alters haben viele Teilnehmer bereits konkrete Vorstellungen über ihre Berufsziele: „Ich möchte Bioinformatiker werden, weil ich gerne den Leuten helfe und mich für Computertechnologien interessiere“, erklärt Benoît. Lena sieht sich dagegen eher im Forschungsbereich. Was sie erforschen möchte, weiß sie auch schon: „Die Unterwasserwelt, besonders Fische, finde ich faszinierend.“ Mit der zeichnerischen Wiedergabe und der Beschriftung eines Insekts haben die jungen Teilnehmer bereits Grundkenntnisse der wissenschaftlichen Vorgehensweise erlangt. Ob die Zeichnung im Nachhinein schön geworden ist, wird laut Numberger-Thuy auch in Zukunft keine Rolle spielen: „Am wichtigsten ist, dass ihr die Anleitung respektiert!“

Wer bei der Analyse des Bernsteins fleißig war, durfte anschließend einen Schmetterlingsflügel abzeichnen und beschriften. Im Großen und Ganzen sind sowohl die Biologin als auch die Teilnehmer mit dem Workshop sehr zufrieden. Lenas persönliches Highlight war die Stabheuschrecke. Benoît bevorzugte dagegen die Arbeit mit der Binokularlupe: „Das wissenschaftliche Zeichnen hat mir am meisten Spaß gemacht.“ Dass die Kinder auch in Zukunft an solchen Workshops teilnehmen werden, steht für sie außer Frage. Benoît hat sich bereits beim „Science Camp“ angemeldet und nimmt auch am heutigen Workshop „Mad Lab: Funky Guitar“ teil. Auch Numberger-Thuy freut sich weiterhin auf die Zusammenarbeit mit den Kindern und steckt bereits voller Ideen: „Ich würde gerne mal einen Kräuter- oder Paläontologie-Workshop probieren.“

Mehr Informationen zum Programm des „Science-Clubs“ unter www.science-club.lu/programm