JAVA
SIMONE MOLITOR

Authentisches Indonesien (1): Von Jakarta zum Mt. Bromo bis nach Yogyakarta

Indonesien ist bislang vom großen Touristenansturm verschont geblieben. So beschränkt sich das Wissen der meisten auch darauf, dass es sich um eine exotische Inselkette handelt. Nur Bali hat sich in der Zwischenzeit zu einem beliebten Urlaubsziel entwickelt. Aus diesem Grund war diese Insel für uns auch nicht von Interesse. Im Laufe unserer dreiwöchigen „Expedition“, in der wir einen Teil des Landes von seiner authentischen Seite erleben wollten, mussten wir feststellen, dass man es als einziger westlicher Tourist unter lauter Einheimischen in verschiedenen Gegenden doch relativ schwer hat. Vielerorts kommt man mit Englisch nämlich nicht weiter.

Jakarta: Java von seiner authentischen Seite

Unser Trip beginnt auf der Insel Java in der Hauptstadt Jakarta gleich mit einer Überraschung. Die Stadt birgt sehr viel unterschätztes Potenzial. Zu Unrecht verbringen die meisten Besucher kaum Zeit dort, sondern reisen schnell weiter zu den typischen Touristenmagneten: Tempel, Wasserfälle und teils noch aktive Vulkane. Dabei hat Jakarta durchaus etwas zu bieten. Vor allem ist es eine sehr gegensätzliche Stadt. Derweil auf der einen Seite imposante Shoppingmalls mit teuren Boutiquen sowie Hochhäuser die Skyline bestimmen, reihen sich am anderen Ende die Holzkonstruktionen der Armenviertel aneinander. Wenn man diese durchquert, vorbei an neugierigen Kindern und freundlichen Straßenverkäufern, die alle unbedingt aufs Foto wollen, gelangt man wiederum zu Südostasiens größtem Vergnügungspark mit eigenem Strand. Dort machen die Javaner Urlaub. Jakarta besuchen, heißt tatsächlich ins echte Leben der Bewohner eintauchen, allein das macht einen längeren Aufenthalt schon wert.

Mt. Bromo: Unvergesslicher Blick in den Vulkan

Weit touristischer geht es in Ostjava zu, dies aber auch wiederum nur in der Gegend um den berühmten Mt. Bromo. Er ist zwar mit seinen 2.329 m der kleinste Vulkan des Tengger-Vulkanmassivs, dafür aber der bekannteste, insbesondere weil er immer wieder aktiv ist, sodass der Aufstieg zum Kraterrand nicht immer möglich ist. Wir hatten Glück. Wer einen Blick in den qualmenden Krater werfen will, kommt nicht daran vorbei, über ein „Touristenbüro“ zumindest den Transport hoch ins Bergdorf Cemoro Lawang zu buchen, in dem man dann auch die Nacht verbringt, um sich am sehr frühen Morgen den Sonnenaufgang anzuschauen. Komfort sollte man nicht erwarten: Hotels oder „Guestrooms“ mit Gemeinschaftsbad und unbequemen Betten, das Ganze ohne Heizung, die man aber nur zu gerne einschalten würde, da die Temperaturen in der Nacht schon mal auf Minusgrade sinken. Zum Glück kann man dicke Winterjacken mieten. Unbedingt sollte man am Nachmittag anreisen und sich dann zu Fuß Richtung Kraterrand machen. Der Weg ist zwar beschwerlich, jedoch trifft man nicht auf die Menschenmengen, die im Morgengrauen mit Jeeps hochgefahren werden. Der Blick in den Vulkan ist beeindruckend, wenngleich nichts für verwöhnte Näschen. Nach einer kurzen Nacht kann man dann am darauf folgenden Morgen den gegenüberliegenden Berg besteigen, um sich auch dort fernab der Massen in aller Ruhe den Sonnenaufgang anzuschauen. Dieses beeindruckende Naturschauspiel wird man nie wieder vergessen.

Prambanan und Borobudur: Beeindruckende Tempel

Unsere Reise führt uns anschließend mit dem Bus (eindeutig die schlechtere Wahl) weiter nach Yogyakarta, einem bei Backpackern äußerst beliebten Ziel. Bekannt ist die Stadt durch ihre Batik-Werkstätten, die meisten Besucher halten sich aber dort auf, um zwei beeindruckende Tempelanlagen in der Nähe zu besuchen. Eine knappe Dreiviertelstunde entfernt in Prambanan kann der zweifellos schönste indonesische Hindutempel erkundet werden. Die Anlage ist gut erhalten und nicht von Touristen überlaufen. Als Europäer wird man dort schnell zum beliebten Fotomotiv, ein doch komisches Gefühl, was einen aber wiederum mit den einheimischen Touristen ins Gespräch bringt. Eine der größten buddhistischen Tempelanlagen liegt nordwestlich von Yogyakarta in Borobudur. Auf den drei höchsten Terrassen der kolossalen neunstöckigen Stufenpyramide befinden sich über 70 kleine Stupas. Blickt man hinein, sieht man je einen Buddha, der mit beiden Händen das imaginäre „Rad der Lehre“ bewegt. Diese Tempelanlage zieht anders als jene in Prambanan die Massen an, weshalb sich davor auch unzählige Souvenirbuden aneinander reihen.


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