LUXEMBURG
DANIEL OLY

Richtige Reflexe statt Angst - Selbstverteidigungsexperten von „LuxProtect International“

Selbstverteidigungskurse gibt es inzwischen gefühlt wie Sand am Meer. Angebote wie Krav Maga-Kurse zur handgreiflichen Verteidigung gegen Angreifer sprießen - teilweise gemeinsam mit Fitnessstudios - aus dem Boden und versprechen den eigenen Schutz in einer Notsituation. Ein kurzer Blick in die Suchmaschinen-Resultate fördert auf Anhieb gleich mehrere vielversprechende Kursangebote zutage.

Für manche Experten gehen die Kurse aber nicht weit genug - Experten wie Benoît Grolet oder Philippe Barbiau, die selbst Nahverteidigungskurse für Einzelpersonen, Familien und Profis anbieten - unter „LuxProtect International“. Das Hauptproblem bringt Barbiau auf den Punkt: „Die meisten Übungen trainieren oft nicht den wirklichen, realistischen Ernstfall“, meint er.

Schutz-Instinkt wecken

Barbiau weiß, wovon er spricht. Durch seine Karriere als ehemaliger Fremdenlegionär, Polizist und Personenschützer können er und Grolet, dessen Karriere als Trainer und Verteidigungsexperte bereits im jungen Kindesalter begann, auf zusammen genommen über 65 Jahre Erfahrung im Personenschutz und der Selbstverteidigung zählen. Zudem besitzt Barbiau Zusatzausbildungen der kolumbianischen und russischen Polizeisondereinsatzkräfte - und damit ein für Luxemburg einzigartiges Vorwissen. „Es ist uns daher wichtig, diese Erfahrung in einem professionellen Umfeld weiterzugeben“, betont er.

Das bedeute dann aber auch: Training im möglichst realistischen Szenario. Also lautes Gebrüll, Überfälle aus dem Hinterhalt - das volle Programm. Die Ernstfälle reichen von reiner Belästigung auf offener Straße bis hin zu Horrorszenarien wie Messerstechereien oder Angriffen mit Schlagstöcken. Die Kurse richten sich an Zivilpersonen in jedem Alter. Es sei dabei auch durchaus nicht ungewöhnlich, dass mehrköpfige Familien - selbst mit Kindern - an dem Training teilnehmen.

Dabei steht bei „LuxProtect International“ stets nur die eigene Verteidigung im Vordergrund. „Die Techniken dienen nur dem eigenen Schutz“, erklärt Grolet. „Niemals als Angriffsmittel.“ Eine Demonstration genügt: Ein Schlagstock wird so zur Seite abgelenkt, statt ihn zum Beispiel mit dem Unterarm zu blocken. „Ansonsten riskiert man Knochenbrüche oder andere Verletzungen, auch wenn die wichtigsten Zonen - Kopf und Brustkorb - verschont bleiben“, meint er. Das gelte auch für Messerstechereien: „Immer weg vom Körper und dann möglichst schnell unschädlich machen“, meinen Grolet und Barbiau. Das Training beginne mit langsam vorgeführten Übungen, bevor es dann in „Echtzeit“ ans Eingemachte geht. „Nur auf diese Weise sitzen nachher die richtigen Handgriffe und Reflexe im Ernstfall“, meint Barbiau. Damit Menschen nicht zum Opfer werden, sondern auch unter Stress die richtige Reaktion zeigen.

Unter anderem auch, um den Ordnungshütern besser unter die Arme zu greifen, richtet sich ein wichtiger Bestandteil der Kurse deshalb auch zu den Kompetenzen bei der Interaktion. „Damit Menschen im Ernstfall richtig reagieren. Das heißt: Einen kühlen Kopf bewahren und richtig um Hilfe rufen. Sich wichtige Details zur Täterbeschreibung merken.“ Das mache auch die Arbeit der Polizei leichter, erklärt er. „Wenn sie eine genaue Beschreibung haben, fällt es viel leichter, einen Täter zu fassen“.

Damit steht die Ausbildung auch klar im Zeichen von mehr Verantwortung für das Individuum. „Ein Angreifer sucht sich immer ein schwaches Ziel aus“, meint Barbiau. Wie ein Raubtier, das sich aus der Herde ein lahmendes, schwaches Tier als leichte Beute aussucht. „Wer in der vollen Dunkelheit alleine unterwegs ist, dem hilft letztendlich selbst das beste Training nicht mehr.“ Wer auf kleine Details achtet, erhöht seine Chancen - oder verschreckt potenzielle Angreifer direkt.

Fachkurse für Sicherheitspersonal

Neben Zivilpersonen richten sich die Kurse aber auch an eben jene Fachleute aus dem Sicherheitssektor, die eine zusätzliche Aus- oder Weiterbildung haben möchten. Am Ende stehen dann ausgewiesene Zertifikate für eine entsprechende Ausbildung, etwa zur korrekten Handhabe einer Schusswaffe oder im Umgang mit bestimmten Szenarien. Auch hier gelte: „Die Vermittlung von Kompetenzen und Erfahrung steht im Vordergrund“, wie die Experten erklären. Sie betonen aber auch: „Die Ordnungshüter leisten in Luxemburg eine sehr gute Arbeit. Das wollen wir nicht schmälern.“

Die „Méthode LuxProtect International“ im Punkte-Plan

Reine Selbstverteidigung

Die Trainingsmethode von „LuxProtect International“ , hat klare Vorgaben; ganz besonders wird darauf geachtet, das Erlernte nur zur eigenen Verteidigung zu nutzen. „Wir greifen niemals an oder schlagen auf auf dem Boden liegende Opfer ein“, erklärt der Dojo-Meister.
Dafür hat sich die Methode strikte Vorgaben gesetzt:
1) Das Training ist kein reines Fitness- oder Gymnastik-Training.
2) Das Konzept wurde entworfen, um sich selbst gegen Gewalt zu wehren. Es darf nicht zum Angriff gegen andere gerichtet werden.
3) Das Training soll Körper und Geist zum Zweck des Selbstschutzes in Einklang bringen. Dabei soll es lehren, Hass, Angst und andere Emotionen nicht in die Entscheidungen einfließen zu lassen. Angreifer nutzen die Angst ihrer Opfer - ihnen diesen Vorteil zu nehmen, ist eines der Ziele.
4) Das Training setzt einen Respekt für das eigene Leben und das Leben anderer voraus.
5) Hass und Zerstörungswut können nicht durch anderen Hass bekämpft werden. Wer den Hass des Angreifers übernimmt, lässt sich auf dasselbe Niveau herab.
Mehr Infos unter www.luxprotectinternational.lu