LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Luxemburgisches Rotes Kreuz stellt Aktivitätsbericht für das Jahr 2016 vor

Das vergangene Jahr war für das luxemburgische Rote Kreuz ein wichtiges Jahr mit viel Arbeit“, meinte Michel Simonis, Generaldirektor des Roten Kreuzes gestern Vormittag bei der Vorstellung des Aktivitätsberichtes für das Jahr 2016. Auch im vergangenen Jahr war das Rote Kreuz aktiv in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Jugend und internationale Hilfe. Die Integration der Flüchtlinge und der Kampf gegen sozialen Ausschluss standen dabei im Mittelpunkt.

LISKO bietet Hilfe bei Eingliederungvon Flüchtlingen

Seit September 2015 kommen verstärkt Flüchtlinge nach Luxemburg und so wurde der sozialen, beruflichen und schulischen Integration der Flüchtlinge im vergangenen Jahr ein größeres Augenmerk geschenkt. So wurde am 1. April 2016 die Dienststelle „LISKO - Lëtzebuerger Integratiouns- a Kohäsiounszenter“ ins Leben gerufen, um Personen, denen das Flüchtlingstatut zuerkannt wurde, „bei ihren verwaltungstechnischen Terminen zu unterstützen und ihre Integration in die luxemburgische Gesellschaft zu erleichtern“, meinte Gilles Dhamen, Direktor der Aktivitäten „Solidarité“. In den ersten neun Monaten seiner Existenz betreute das LISKO 1.262 Personen. Bei dieser Arbeit kommt dem interkulturellen Dolmetscherdienst des Roten Kreuzes eine große Bedeutung zu: So wurden 5.223 Anfragen vom Dolmetscherdienst bearbeitet, was einer Zunahme der Arbeit um 140 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2015 ausmachte. 69 ehrenamtliche Dolmetscher waren in 29 Sprachen gefordert. Wobei das Arabische bei 52 Prozent der Interventionen gefragt war. Im „Foyer Lily Unden“ auf Limpertsberg und in der im vergangenen Oktober in Strassen eingeweihten „Villa Nia Domo“ werden unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aufgenommen und von einem eigens geschulten Team betreut.

Schwerpunkte der internationalenArbeit

Was nun die internationale Arbeit des luxemburgischen Roten Kreuzes betrifft, so unterstützte das Rote Kreuz nach Worten des beigeordneten Generaldirektors Marc Crochet im vergangenen Jahr 50.000 Flüchtlinge, meistens Syrer oder Iraker, die nach der Schließung der Balkan-Route in Griechenland blockiert waren. Im Niger stand das luxemburgische Rote Kreuz Flüchtlingen aus Nigeria bei und stellte ihnen Notunterkünfte zur Verfügung.

In Sachen der im Jahr 2015 vom Gesundheitsbereich gekannten finanziellen Schwierigkeiten wurden im vergangenen Jahr große Anstrengungen von den Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Zusammenarbeit mit den betroffenen Autoritäten unternommen, um das budgetäre Gleichgewicht wieder herzustellen. Viele Anstrengungen wurden unternommen, um „die Qualität der Leistungen zu sichern und Risiken, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert ist, vorzubeugen“, meinte Generaldirektor Simonis in diesem Zusammenhang.