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Was moderne Navis alles können

Vorausschauendes Fahren ist nicht nur sicher, sondern sorgt auch für einen guten Verkehrsfluss und einen niedrigen Verbrauch. Zwar sind angesichts von Topographie und Streckenführung die Möglichkeiten des Menschen oft arg eingeschränkt, doch bietet einmal mehr die Elektronik profunde Unterstützung an. Immer mehr Autos sind mit Navigationssystemen ausgestattet, erweitern so den Horizont des Fahrers.
Weil die Systeme im Wagen immer stärker miteinander vernetzt sind, reagieren sie auf Wunsch zunehmend automatisch. So sind Autofahrer gegen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit gefeit, wenn intelligente Tempomaten mit dem Navigationssystem und der Verkehrszeichenerkennung zusammenarbeiten. Denn dann regelt die Elektronik nicht nur den Abstand zum Vordermann, sondern passt auch das Tempo automatisch dem jeweiligen Limit an - und zwar auch dann, wenn das entsprechende Schild vielleicht noch gar nicht zu sehen ist.

Mit sanftem Gegendruck aufs Bremsen vorbereiten

Mit der gleichen Logik lässt sich auch der Verbrauch senken: Weil die Navigation selbst ohne aktive Zielführung weiß, wann auf der vorausliegenden Strecke Kreuzungen, scharfe Kurven, Kreisverkehre, Ortseinfahrten kommen, kann sie den Fahrer mit Anzeigen im Cockpit oder Head-up-Display oder sogar einem sanften Gegendruck im Gaspedal auf bevorstehende Bremsmanöver hinweisen, erläutert Mercedes-Sprecher René Olma. Und wenn dabei der Tempomat aktiviert ist, passt der die Geschwindigkeit bei vielen Marken und Modellen mittlerweile selbst dem Streckenverlauf an.
Auch das Rekuperieren reiner Elektrofahrzeuge lässt sich durch die Voraussicht der Elektronik optimieren, erläutert Frank Bekemeier, der bei VW die Elektroplattform MEB verantwortet.

Die Autos unterhalten sich miteinander und der Umgebung

Haben die Autohersteller jahrelang nur Informationen genutzt, die im Fahrzeug verfügbar oder etwa mithilfe des Abstandsradars an Bord generiert werden konnten, beziehen sie nun zunehmend Daten von außen ein. „Car to X“-Kommunikation lautet das Stichwort, unter dem sich moderne Autos mit der Infrastruktur vernetzen und so zum Beispiel variable Geschwindigkeitsbegrenzungen verarbeiten können, lange bevor auch die beste Kamera die Schilder sieht.
Er weiß, wann Rot ist und wann Grün und berechnet so die optimale Geschwindigkeit, mit der man ohne Stopp durch die Stadt kommt, erläutert Projektleiter Andre Hainzlmaier: „Damit wollen wir den Komfort für den Fahrer verbessern, die Sicherheit im Verkehr erhöhen und einen vorausschauenden, ökonomischen Fahrstil fördern.“