LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Deutsche Bank Luxemburg zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr

Während es zur Deutschen Bank in Frankfurt jede Menge schlechte Nachrichten gibt, sieht es in Luxemburg gut aus. Davon jedenfalls zeigte sich Frank Krings, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Luxemburg, überzeugt, als er der Presse gestern die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vorstellte. Krings freute sich über einen Gewinn von 218 Millionen Euro. Dass dieser deutlich unter dem Ergebnis von 2016 lag erklärte er mit dem Verkauf der Hua Xia Bank vor zwei Jahren. „Die Profitabilität ist sehr korrekt, wir sind zufrieden“, versichert er. „2017 war intensiv und gelungen.“

Krings macht seit drei Jahren Druck, um die Bilanzsumme zu senken. Nach 80 Milliarden Euro in 2015 und 52 Milliarden (2016) ist er sehr zufrieden, 2017 bei 38 Milliarden Euro zu sein. Was zunächst erstaunlich anmutet, erklärt sich mit den Negativzinsen, die die Zentralbank Luxemburg erhebt. „Wir zahlen 28 Millionen Euro Zinsen pro Jahr“, bedauert Krings, der daher hier kein Geld verlieren will.

IT-Plattform für Wealth Management

Lieber verweist er auf 30 Millionen Euro, die die Bank in ihr Prestigeobjekt IT- und Verwaltungsplattform für das Wealth Management investiert hat - gerade rechtzeitig zur Finanzmarktrichtlinie MiFID. Das war auch dringend nötig, denn das alte Kernbankensystem war rund 40 Jahre alt. IT gilt auch konzernweit als Schwachstelle, erst diese Woche wurde der IT-Vorstand in Frankfurt ausgewechselt. Jetzt wird das alte System in Luxemburg ersetzt von der Plattform „avaloq“ aus der Schweiz. Mit ihr sollen Kundengelder verwaltet werden. Das Ziel ist auch, mehr Geschäft nach Luxemburg zu ziehen. Deshalb übernimmt die Deutsche Bank Luxemburg die Konto- und Depotführung sowie die Portfolioverwaltung für das österreichische Wealth Managementgeschäft der Deutschen Bank bis Mitte des Jahres. Auch die nordischen Länder, die Niederlande und Frankreich werden in diesem Bereich von Luxemburg aus betreut. Über weitere Länder wird derzeit verhandelt; Krings wollte sich mit Rücksicht auf dortige Sozialpartner jedoch noch nicht äußern.

Luxemburg ist dann eines von fünf so genannten Dienstleistungzentren, die mit „avaloq“ Vermögen verwalten. Die anderen befinden sich in der Schweiz, Singapur, dem Mittleren Osten und Großbritannien. Für die Kunden ändert sich nicht viel, sie behalten ihre Ansprechpartner vor Ort und Luxemburg ist nun Sitz der Verwaltung, was angesichts des von der Regierung gefahrenen Transparenzkurses kein Thema sei. Krings verspricht sich Skaleneffizienzgewinne.

Zu den Folgen des Brexit wollte er sich nicht äußern, unterstrich jedoch, die Deutsche Bank sei ein Nichthandelsbuch-Institut und daher von Umstrukturierungen im Investmentbereich des Mutterhauses unberührt bliebe.

Die Deutsche Bank wird bis Jahresende rund 300 Mitarbeiter im Land beschäftigen. Dann sind die Verkäufe der Sal. Oppenheim mit 137 Mitarbeitern an Hauck& Aufhäuser sowie der des Corporate Service- und Domizilierungsgeschäfts (10 Mitarbeiter) und des Alternative Fund Service (20 Mitarbeiter) beendet. Weiter zur Bank gehört die DWS sowie die Postbank mit der BHW.

Krings selbst sitzt jetzt im Verwaltungsrat des Bankenverbandes ABBL, ein Posten, den er für die nächsten vier Jahre inne hat. Zu seiner eigenen beruflichen Zukunft will er nicht viel sagen außer, dass es ihm in Luxemburg gefällt. Sein Vorgänger Ernst Wilhelm Contzen, der 20 Jahre lang hier CEO war, lebt mittlerweile in Luxemburg und ist immer noch als Aufsichtsratsmitglied aktiv.