ESCH/BELVAL
NICO PLEIMLING

The National versetzten die Rockhalam Mittwoch in ein Wechselbad der Gefühle

Vor knapp drei Jahren gastierte das ursprünglich aus Cincinnati, Ohio stammende amerikanische Septett im ausverkauften Hollericher Atelier ein erstes Mal in Luxemburg. Seit 1999 sind die Indie-Rocker aktiv und haben in diesem Jahr mit „Trouble Will Find Me“ ihren sechsten Longplayer veröffentlicht.

Wer die Band noch nicht live erleben konnte, hatte wohl Probleme sich auszumalen, dass das Konzert im großen Saal ein intensiver Ritt durch melancholische Gefilde werden könnte. Auf Platte wirkt die Musik der Amerikaner nämlich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eher zahm und fast zerbrechlich.

Live-Bilder aus dem Backstage-Bereich

Nachdem This is the Kit, ein britisches Folkrock-Quartett das Publikum mit harmlos-süßen Klängen auf The National eingestimmt hatte, waren kurz nach ihrem Auftritt Live-Bilder aus dem Backstage-Bereich auf dem Bühnenhintergrund zu sehen, wo der Haupt-Act des Abends sich auf seinen Gig vorbereitete.

Unkontrollierte Gefühlsausbrüche

Die zweistündige Reise durch das Werk der Headliner begann mit „I Should Live in Salt“ mit dem praktisch am Mikroständer klebenden Sänger Matt Berninger, der seine Texte mit einer unvergleichbaren Intensität durchlebt. Im Laufe des Abends hatte der Frontmann mit Vollbart, Designerbrille und im feinen Anzug einige scheinbar unkontrollierte Gefühlsausbrüche und hieb sich ein ums andere Mal das Mikrofon an den Kopf.

Jene scheinen Programm zu sein, denn der Rest der Band zeigte sich keineswegs davon beeindruckt und spielte konzentriert und fehlerfrei. Dabei kamen neben Drums, Keyboards und einem Klavier bis zu drei Gitarren oder zwei Bässe und bei vielen Stücken eine Trompete sowie eine Posaune zum Einsatz.

Die in den Songs porträtierten Gefühle wurden mit einer aufwendigen und farbenintensiven Lightshow verstärkt. Die Bilder, welche auf eine riesige Leinwand im Hintergrund projiziert wurden, vermischten sich mit effektgeladenen Live-Aufnahmen der Bandmitglieder, die von mehreren auf der Bühne aufgestellten Kameras eingefangen wurden.

Beim vorletzten Stück „Mr. November“ stürzte sich Matt Berninger mit einem überlangen Mikrokabel in die Menge, verhedderte sich kurz in der Nähe der Bühne und bahnte sich anschließend durch das begeisterte Publikum seinen Weg bis zum Mischpult und zurück.