BELVAL
CLAUDE KARGER

„Fête des Hauts Fourneaux“ wieder ein voller Erfolg

Die imposanteste Kulisse des Landes lebte am Wochenende wieder so intensiv wie an keinem anderen Tag des Jahres: Das vom Fonds Belval ausgerichtete Hochofenfest zog erneut tausende Besucher an. Ihnen winkte ein abwechslungsreiches Programm, das am Samstagnachmittag seinen Anlauf nahm. Während der Hochofen A am Wochenende kostenlos besichtigt werden konnte, nutzten Dutzende Wagemutige die Gelegenheit für eine Seilrutschenfahrt zwischen den beiden erhaltenen Giganten des Stahlzeitalters. Ein echter Nervenkitzel, wenn es von der oberen Plattform von Hochofen B in 60 Metern Höhe auf die Gichtebene von Hochofen A in 40 Metern Höhe runtergeht. Für Unterhaltung sorgten am Samstagabend die Bands Leen und Timeless. Nach Einbruch der Dunkelheit fand auf dem Platz zwischen den Hochöfen mit „Merveilles“ ein magisches Tanz- und Feuerspektakel statt. Auch am Sonntag gab es viel zu sehen und zu tun in Belval und das bei angenehmen Temperaturen. Das Highlight: Am Nachmittag ließen die Perkussionisten von „Tambours du Bronx“ die Hochöfen vibrieren.

Lëtzebuerger Journal

Das Epizentrum von Esch 2022 | Im Rahmen der Kulturhauptstadt verändert sich das Gesicht der Hochofenterrasse erneut

Die zentrale Stelle der Kulturhauptstadt 2022 sollte ursprünglich in der riesigen Gebläsehalle angesiedelt werden. Doch das Bauwerk, in dem einst riesige Motoren standen, die vom Gichtgas aus den Hochöfen angetrieben wurden und so Strom für die Stahlwerke erzeugten, aber auch Wind für die Sauerstoffversorgung des Schmelzprozesses, benötigt umfangreiche Restaurierungsarbeiten – zu umfangreich um bereit zu sein für Esch 2022. Deshalb entschied die Regierung, der Fonds Belval und die Kulturhauptstadtmacher Ende Juni, vielmehr mehrere Stellen auf der Hochofenterrasse für die Bedürfnisse von Kulturspektakeln herzurichten. Darunter die „Möllerei“, wo einst das Eisenerz für die Beschickung der Hochöfen vorbereitet wurde. Ein Teil dieser Anlage ist heute bereits in das architektonisch einzigartige „Luxembourg Learning Centre“ integriert, das übrigens am Wochenende auch besucht werden konnte. Selbst die Ruine des Sockels des einst nach China abtransportierten Hochofen C soll Kulturevents empfangen können. Rund ein Dutzend Esch 2022 Baustellen sind programmiert. Was sich der Staat das alles kosten lässt, ist bislang ungewiss. Im Herbst soll das entsprechende Finanzierungsgesetz vorliegen.

Mehr dazu: tinyurl.com/JournalMoellerei