LUXEMBURG
CB

„Hôpitaux Robert Schuman“-Gruppe hat eine umfassendegeriatrische Station mit 120 Betten aufgebaut

Der Anteil der Patienten im Alter über 75, die eine bestimmte Zeit im Krankenhaus verbringen, ist über die Jahre gestiegen. Rund ein Drittel der Akutbetten waren 2015 von älteren Menschen belegt. Vor diesem und dem Hintergrund der demografischen Alterung gehört die Geriatrie zu den Schwerpunkten des Krankenhausverbunds Robert Schuman (HRS). Auf den Standorten Esch/Alzette und Kirchberg bietet die Gruppe eine umfassende geriatrische Pflegestation mit 120 Betten an.

Mittelfristig soll die geriatrische Station auf Kirchberg zusammengefasst werden. Der Generaldirektor der „Hôpitaux Robert Schuman“, Dr. Claude Schummer, rechnet damit, dass der Neubau in vier bis fünf Jahren stehen wird. Auf einer Pressekonferenz ließ er gestern durchblicken, dass die Bettenkapazität in der neuen Abteilung wohl etwas höher angesetzt werden müsse als die bisherige Kapazität.

Es sind vor allem zwei Gründe, die für eine Konzentrierung der Geriatrie auf dem Kirchberg sprechen. Die Escher Klinik Sainte Marie, 1976 eröffnet, entspricht nicht mehr den heutigen medizinischen Standards. Zudem sei eine Konzentration an einem Standort sinnvoll. Schummer betonte, dass es für die Gruppe wichtig sei, die Geriatrie in unmittelbarer Nachbarschaft zur eigentlichen Klinik zu haben.

Das „Hauptinvest“ für den Aufbau der „größten geriatrischen Station im Land“ bestehe indes in der Rekrutierung von Spezialisten. Elf Ärzte arbeiten ausschließlich für den „Pôle Gériatrie“ des HRS. Die Mannschaft gehören weiter rund 130 Krankenpfleger, 16 Physiotherapeuten, zwölf Ergotherapeuten sowie Psychomotoriker, Ernährungsberater, Neuropsychologen, Sozialarbeiter und Logopäden an. Interdisziplinäres Arbeiten wird groß geschrieben, um eine möglichst individuelle Betreuung des älteren Patienten zu gewährleisten.

Drei Typologien

Laut Angaben der Leiterin des „Pôle Gériatrie“, Dr. Ana Sanchez Guevara, richtet sich die geriatrische Abteilung vor allem an drei Typologien: ältere, gebrechliche Patienten, sturzgefährdete Patienten sowie ältere Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen etwa infolge einer Alzheimer-Erkrankung. Für den stationären Aufenthalt von älteren Patienten wurde im Krankenhaus auf Kirchberg eine Abteilung alters- und behindertengerecht umgebaut - auch um so die Notaufnahme zu entlasten. Treten etwa demenzbedingte Verhaltensstörungen bei einem Patienten auf, können sie in der „Unité Cognitivo-Comportementale“ (UCC) in Esch aufgenommen werden. Dort werden sie in einer ersten Phase beobachtet und bestimmte Tests an ihnen durchgeführt. Wie Dr. Serge De Nadai ausführte, sei der Aufenthalt eine Gelegenheit für Familienmitglieder und Angehörige, die in solchen Situationen einer großen Belastung ausgesetzt sein können, sich Gedanken über die weitere Vorgehensweise zu machen. Ziel sei es dann, ein personalisiertes Projekt aufzustellen. Das kann die Anpassung des Umfelds des Patienten sein oder auch heißen, den Angehörigen ein besseres Verständnis bestimmter Verhaltensmuster zu vermitteln.