LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Instand gesetzte „Aile Wiltheim“ des „Musée national d’histoire et d’art“ vor der Eröffnung

Die Instandsetzung der „Aile Wiltheim“ des „Musée national d’histoire et d’art“ (MNHA) ist abgeschlossen und nun wird aufgerüstet für die am kommenden 19. März anberaumte offizielle Eröffnung. Gestern Vormittag wurden zwei neue Ausstellungsstücke der in der „Aile Wiltheim“ angesiedelten Museumssektion „Arts décoratifs et populaires“ angeliefert und installiert. Es handelte sich einerseits um das erste Auto, das in Luxemburg immatrikuliert wurde: Ein 315 Kilogramm schwerer Benz aus dem Jahr 1895 mit der Erkennungstafel Eins, der dem Industriellen Paul Wurth gehörte. Gestern ebenfalls in der „Aile Wiltheim“ installiert wurde eine 600 Kilogramm schwere Waschmaschine, die in den 1950er Jahren von der in Düdelingen ansässigen Firma Zuang produziert wurde.

Ein Blick zurück

Seit Anfang der 1970er Jahren zum nationalen Geschichts- und Kunstmuseums (MNHA) gehörend, waren die drei alten Häuser in der Rue Wiltheim (8, 10 und 12) nicht mehr in das Vorhaben des neuen zentralen MNHA-Gebäudes, das 2002 eingeweiht wurde, eingegliedert. In der Zeitspanne von 1975 bis 1978, anlässlich des europäischen Jahres des Architektur-Patrimoniums, instand gesetzt, entsprachen die drei Häuser nicht mehr den heute geltenden Sicherheitsnormen für die Besucher der Museumskollektionen und wurden in den vergangenen Jahren einer weiteren Instandsetzung unterzogen. Die drei Häuser in der hauptstädtischen Rue Wiltheim, die zum Besitz des „Fonds de Rénovation de la Vieille Ville“ (FRVV) zählen, stellen ein einzigartiges Zeugnis der Stadt-Architektur des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts dar. Im Oktober 2012 in Angriff genommen sind die Instandsetzungsarbeiten, die sich mit insgesamt 7,2 Millionen Euro zu Buche schlagen, nun abgeschlossen.

Das Herzstück des Instandsetzungskonzeptes bildeten folgende Elemente: Die Konservierung des bebauten Patrimoniums und ihre Valorisierung im Interesse der Besucher; die Verwirklichung eines hochwertigen architektonischen Projektes in Anlehnung an das zen- trale Museumsgebäude; eine bessere Ausbeutung des „enzyklopädischen“ Charakters und des Reichtums des Museums; die Schaffung von thematischen Rundgängen, die sowohl das zentrale Museumsgebäude als auch die „Aile Wiltheim“ einschließen; eine maximale Zugänglichkeit aller Museumsteile für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie die Integrierung der Neuen Technologien in das Besucher-Angebot.

Dauer- und Wanderausstellungen

Anlässlich der in zwei Monaten geplanten Eröffnung der „Aile Wiltheim“ werden die Museumsbesucher verschiedene neue Dauerausstellungen entdecken können. So soll die Ausstellung „De Mansfeld au design (1500-2013)“ die Wohnkultur in Luxemburg durch verschiedene Jahrhunderte beleuchten. Ein Ausstellungsraum soll den Fotografien von Edward Steichen, die dem Museum vermacht wurden, vorbehalten sein. Weiter soll der Kunst in Luxemburg im 19. Jahrhundert ein Ausstellungsraum vorbehalten sein und auf einer weiteren Ausstellungsfläche sollen die Münzen und Medaillen, die zu der Kollektion des Museums gehören, die Geschichte Luxemburgs erzählen. Auch soll schließlich im laufenden Jahr eine neue Dauerausstellung zum Thema Stadtarchäologie eröffnet werden.