PARISCHRISTIAN SPIELMANN

Die Legende von König Arthur als Musical in Paris

Wenn es in Frankreich darum geht, ein Musical oder eher ein „Spectacle musical“ zu produzieren, hat meist Dove Attia die Finger im Spiel. Seine Karriere als Musical-Produzent begann 2000 mit „Les Dix Commandements“. „Le Roi Soleil“ (2005), „Mozart - L’opéra rock“ (2009) oder „1789 - Les amants de la Bastille“ (2012) waren weitere Erfolge. Mit dem neuen Musical „La Légende du Roi Arthur“ scheint seine Marketing-Strategie erneut aufzugehen, die darin besteht potenzielle Zuschauer permanent bei Laune zu halten, mit Liedern und passenden Videoclips sowie die Show wenn es nur geht im Fernsehen und Radio zu präsentieren. Dazu kommt eine Geschichte, welche die Leute kennen, spritzige Musik von Dove Attia, Zaho, Rodrigue Janois, Skread, Silvio Lisbonne und Nazim Khaled sowie Sänger und Sängerinnen, die im Trend der Zeit liegen. Das musikalische Spektakel über den britischen Legenden-König Arthur unter der Regie von Giuliano Peparini feierte seine Premiere am 17. September im über 3.700 Zuschauer fassenden Palais des Congrès an der Porte de Maillot.

Streitereien im alten Britannien

Das Musical beginnt mit dem Turnier, das der Zauberer Merlin (David Alexis) organisiert, um den neuen König zu bestimmen, da es niemand fertig brachte, das Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen. Arthur (Florent Mothe), der seinen Halbbruder Ké (Oliver Mathieu) zum Turnier als Knappe begleitet, hat dessen Schwert vergessen. Auf Anraten von Merlin zieht er Excalibur aus dem Stein und wird somit zum neuen König von Britannien. Alle verneigen sich vor ihm, nur Méléagant (Fabien Incardona) nicht, der sich um den Thron betrogen fühlt. Als Arthur dem von feindlichen Truppen belagerten König Léodagan zu Hilfe eilt, lernt er dessen Tochter Guenièvre (Camille Lou) kennen, verlebt sich in sie und macht sie zu seiner Königin. Die Ruhe auf Arthurs Schloss Camelot ist vorbei als Morgane (Zaho) auftaucht, die Halbschwester von Arthur. Sie ist machtgierig und will Arthur mit einem teuflischen Plan zu Fall bringen. Dann gesellt sich noch Lancelot (Charlie Boisseau) zu den Rittern von Arthurs Tafelrunde und wirft ein Auge auf Guenièvre.

Neue Aspekte der Legende

Der Schluss der Geschichte hebt sich von der Legende ab, denn Arthur verzeiht seiner Frau und seinem Lieblingsritter. Die Sprache der Briten ist voll gespickt mit Wörtern aus dem 21. Jahrhundert, was dem Spektakel ein bisschen Humor verleiht. Allerdings leidet die neue Show wiederum an zu vielen visuellen Effekten. Auf der rund 30 Meter langen Bühne geschieht auf jedem Meter etwas anderes, so dass man viele Augen bräuchte, um alle Effekte, die Choreografien von Peparini und Bewegungen der Schauspieler zu sehen. Ist einmal ein intimes Duett angesagt, wie zum Beispiel „Faire comme si“, dann tanzt die restliche Truppe im Hintergrund, der Zuschauer wird abgelenkt, und jegliche Emotionen verlieren sich. Neidlos muss man die Perfektion und die Originalität der Choreografien eingestehen wie ebenfalls der fantasievollen Szenenbilder, die auf den Bühnenhintergrund projiziert werden, und zusammen mit beweglichen Kulissen, wie Festungsmauern oder Statuen, ein flottes Ambiente bilden.

Die Musik gefällt - der absolute Hit bleibt „Quelque chose de magique - und ist oft eine Mischung aus melodiösen Rockklängen und keltischen Tönen. Camille Lou, Zaho, Charlie Boisseau, Fabien Incardona und Florent Mothe haben fantastische Stimmen, nur dass bei der besuchten Vorstellung letzterer ein paar Mal den richtigen Ton nicht traf. Selbst wenn „La Légende du Roi Arthur“ an einer Übersättigung von Effekten leidet, entschädigen dafür Musik und tolle Stimmen.


Tickets und weitere Informationen unter www.lalegendeduroiarthur.com.

Im „Galaxie“ in Amnéville gastiert die Show am 4. Juni 2016.