ECHTERNACH
INGO ZWANK

Am Freitag wird die neue Feuerwehr- und Rettungswache Echternach in Betrieb genommen

Echternach lässt sich die Sicherheit für ihre Bürger etwas kosten: Für 8,1 Millionen Euro wurde ein neues Feuerwehr- und Rettungszentrum im Geschäfts- und Dienstleistungsgebäude „Nonnemillen-Center“ an der Route de Luxembourg errichtet. „Diese Ausgaben sind recht hoch. Doch es ist ein Invest in die Sicherheit“, kommentiert der zuständige Schöffe Ben Scheuer (LSAP) den Neubau. „Wir hoffen, dass wir die ganze Summe von Staat, wie zugesagt, zurückbekommen“, sagt Scheuer, „und dies hoffentlich nicht über einen Zeitraum von 30 Jahren.“ Trotzdem muss die Stadt erst einmal in Vorlage treten. „Doch die Aufgaben der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sind in den letzten Jahren immer umfangreicher geworden und dafür braucht es einfach einer modernen Infrastruktur, die wir jetzt geschaffen haben.“ Denn an der Sicherheit der Bürger dürfte nicht gespart werden, so Scheuer weiter.

Serge Steffes, der Leiter der Rettungswache, ist froh über seine neue Wirkungsstätte - auch wenn es kleine Problemchen gab. Die alte Wache war absolut nicht mehr zeitgemäß. Der aus den 70er Jahren stammende Bau war ursprünglich als Lkw-Halle von einem Transporteur errichtet und dann von der Gemeinde übernommen worden. Vorher waren die Rettungskräfte über mehrere Standorte in der Stadt verteilt. Auf einer Grundfläche von 1.374 m² und einer Gebäudefläche von 2.106 m² ist nun im neuen Bau genügend Platz für den Fuhrpark mit den rund 14 Fahrzeugen. „Auch eine Waschhalle haben wir nun“, sagt Steffes. Neben dem Einsatzraum mit modernster Technik verfügt die Wache über einen Bereitschaftsraum mit Küche, Schlauchturm, Umkleide- und Schlafräumen, vier Büros, einen großen Ausbildungsraum sowie entsprechende Garagenstellplätze. Hinzu kommt eine eigene Atemschutzwerkstatt. Über ein modernes Einsatzboard erfahren die Einsatzkräfte genau, wie sie am besten zum Einsatzort gelangen und auch was geschehen ist. So war man sich schnell über den Standort einig, ein Bach muss umgelegt werden. „Der wurde quasi renaturiert“, sagt Scheuer. Bedenken hatte Steffes anfangs bezüglich der Blockierung der Ausfahrt für die Rettungswagen durch Einkäufer im Center. Aber diese Bedenken verflogen wieder sehr schnell. „Es kam noch nicht vor, dass die Ausfahrten zugestellt wurden“, sagt Steffes.

„Zurzeit sind neben mir noch zwei Festangestellte hier auf der Wache“, erklärt Steffes, doch da die Rettungswache als Klasse 3 eingestuft ist, „sollen es acht Leute werden.“ Im Rahmen der Reform des Rettungswesens wird auch der Einsatzbereich der Echternacher erweitert. Bis nach Reisdorf sollen sie ausrücken. „Auch Befort bekommen wir dazu“, sagt Steffes. Da bräuchte man schon entsprechendes Personal. Aktuell kam Steffes auf rund 80 Leute zurückgreifen. Auch an Nachwuchs mangele es zurzeit nicht. „Und darüber sind wir froh“, sagt Steffes mit Blick auf das Durchschnittsalter von 30 Jahre. Auch wenn sich das Feuerwehrwesen immer mehr professionalisieren müsse, könne man nicht auf die Freiwilligen verzichten, betont Steffes. Schließlich sei man bereits auch heute durch die Technik überall und immer einsetzbar.

Da dürfte man dann auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht vergessen. Immerhin ist die Zahl der Einsätze recht hoch: So wurden 2015 die Ambulanz 1.480 mal gerufen, die Feuerwehr 261 mal und die Ambulanz 211 mal. „Auch für 2016 sind diese Zahlen durchaus ähnlich“, sagt Steffes abschließend.

Am kommenden Freitag ist um 16.30 die offizielle Einweihung des neuen Rettungszentrums - am Samstag, 28. Januar, können sich die Bürger ein Bild von der neuen Rettungswache machen, dann ist „Tag der offenen Tür“ in Echternac.