CLAUDE KARGER

Sensationell: Die Kicker von der eisigen und manchmal heißen Insel ganz im Norden mit ihren knapp 333.000 Seelen, haben, nachdem sie die Briten heim geschickt haben, den Einzug ins EM-Viertelfinale geschafft, wo sie am Sonntag auf den Hausherrn Frankreich treffen. Ob die tollen Trolle die „Grande Nation“ in die Knie zwingen wird? Auf jeden Fall schlägt den Wikingern eine Welle der Bewunderung entgegen, der „Quotidien“ schwärmt schon vom „modèle islandais“. Selbst als die schwere Finanzkrise die Insel an der Gurgel hatte, hätten die Isländer weiter in Erziehung und Sport investiert, was nun also Früchte trage. Auch die FLF hat sich im Land der Geysire umgesehen, um dem „icelandic wonder“ auf die Schliche zu kommen. Aber wie der technische Verbandsdirektor dem „Trierischer Volksfreund“ sagte, seien die Isländer schon „ein ganz besonderer Menschenschlag“, die Haltung in Luxemburg „weniger forsch“. Dafür sind die Luxemburger aber sattelfester im Radeln. „Auch wir sind Island“, erinnerte gestern das „Wort“, mit Verweis auf die Top-Leistungen unserer Elite-StramplerInnen, von denen zwei ab Samstag bei der „Grande Boucle“ im Einsatz sind, die hier und vor Ort „fröhlich, euphorisiert, betört“ begleitet wird. Na, hoffentlich wird der Zauber nicht schon wieder von biologischem oder mechanischem Doping gebrochen.