LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Letzter Befall von ASP in Belgien im August 2019 dokumentiert - Derzeit kein Bedarf für Kadaverspürhunde

Ist der Kelch noch einmal an unserer Landwirtschaft vorübergegangen? Aus den gemeinsamen Antworten von Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) und Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) auf zwei parlamentarische Anfragen lässt sich in Sachen Afrikanischer Schweinepest (ASP) ein vorsichtiger Optimismus heraushören. Mit dem Thema hatten sich die Fragen der DP-Abgeordneten Gusty Graas und Guy Arendt befasst.

Kadaverspürhunde für Luxemburg?

Zunächst ging es um die im benachbarten Saarland ausgebildeten und eingesetzten Kadaverspürhund, die speziell zur Suche nach verendeten Wildschweinen eingesetzt werden. Bisher ist auch das Saarland noch frei von ASP. Bei der Suche nach den Kadavern geht es um zwei Ansätze: Ob das Tier an der ASP verendet ist, und falls dem so ist, den Schweine-Kadaver so schnell wie möglich zu beseitigen, um einen potenziellen Ansteckungspunkt einzudämmen.

Gusty Graas wollte nun Auskunft darüber, wie es mit Ausbildung und Einsatz derartiger Spürhunde in Luxemburg aussieht. Die angesprochenen Minister kennen das saarländische Ausbildungsprogramm für Spürhunde zwar, wollen es derzeit aber nicht auf Luxemburg übertragen. Die gesundheitliche Situation des belgischen Wildbestandes, lasse die Hoffnung zu, dass eine Ansteckung sowohl der luxemburgischen Wildschweine als auch der Hausschweinbestände in den Zuchtbetrieben vermieden werden kann, lautet die ministerielle Antwort. Dennoch verlange die Ausbreitung in Europa weitere Wachsamkeit.

Natürlich sei der Einsatz saarländischer Suchhunde in Luxemburg möglich, doch angesichts der potenziellen Ansteckungsgefahr sei es unwahrscheinlich, dass die deutschen Behörden ein solches Vorgehen zulassen werden.

In einer weiteren Frage gehen Graas und Arendt auf die Arbeit der belgisch-luxemburgischen Taskforce und die Wirksamkeit des Schutzzaunes und der aufgestellten Lebendfallen ein. Wie hat sich die Situation in Belgien entwickelt, wurden neue Fälle entdeckt? Ab wann kann man davon sprechen, dass die ASP definitiv besiegt ist? Die beiden Abgeordneten wollten auch genaue Zahlen zu den erlegten oder tot aufgefunden Wildschweinen haben. Hat der Schutzzaun einen Einfluss auf die umliegenden Wildschweinpopulationen? Gibt es Entschädigungen für die Jagdpächter, die von dem Schutzzaun und der „Weißen Zone“ betroffen sind?

Die Minister antworten einerseits ganz konkret, andererseits ignorieren sie die letzten Teilfragen einfach.

Letzter Fall in Belgien im August 2019

Von belgischer Seite aus wurden 831 Fälle von Afrikanischer Schweinepest gezählt, der jüngste Fall datiert aus dem August 2019. Die Krankheit wurde ausschließlich bei Wildschweinen festgestellt, der landwirtschaftliche Schweinebestand ist von der ASP nicht betroffen. Später wurden nur noch Wildschweine-Skelette gefunden, wo in einem Fall das Virus nachgewiesen werden konnte.

Konkrete Zahlen für Luxemburg

Für Luxemburg gelten folgende Zahlen: Durch eine Treibjagd wurden drei Sauen in der Weißen Zone erlegt, seit Einrichtung der Zone wurden in dem Gebiet 22 Wildscheine geschossen und zwei tot aufgefunden. Alle Tiere wurden negativ auf die ASP getestet. In den Lebendfallen wurden elf Wildschweine gefangen, die ebenfalls frei von ASP waren. Seit September 2018 wurden in Luxemburg 344 Sauen auf ASP untersucht - alle Ergebnisse waren negativ.

Ein Land kann sich dann als ASP-frei bezeichnen, wenn ein Jahr lang kein Krankheitsfall mehr aufgetaucht ist.