LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Minister Schank sieht „Naturpark Öewersauer“ schlecht in den Medien dargestellt

Nach einem negativen Urteil des Gemeinderates der Fusionsgemeinde Esch/Sauer über die Arbeit des „Naturpark Öewersauer“ und entsprechenden Medienberichten haben sich die beiden liberalen Nordabgeordneten André Bauler und Fernand Etgen mit einer ausführlichen parlamentarischen Anfrage an den für Umweltfragen zuständigen Minister Marco Schank gewandt.

Langsam, ohne Elan, Kommunikationsprobleme

Im Kern beklagen sie, dass das Verfahren zur Aufnahme der Stadt Wiltz in den „Naturpark Öewersauer“ ausgesprochen langsam vorangeht, dass die Fusionsgemeinde Esch/Sauer nicht im geschäftsführenden Vorstand des „Naturpark Öewersauer“ vertreten ist, dass Projekte verspätet und nur sehr langsam umgesetzt werden und dass es eine Reihe von Kommunikationsproblemen bei den geleisteten Arbeiten gibt.

Schank räumt ein, dass es bei der Aufnahme der Stadt Wiltz zu einer erheblichen Verzögerung gekommen ist. Um die Ansprüche des Naturparkgesetzes von 1993 zu erfüllen müssten aber bestimmte Verwaltungsschritte eingehalten werden. Vorstudie, Detailstudie, Bürgeranhörung etc. Der Fortgang dieser Schritte bedinge eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Hinzu komme, dass die Kommunalwahlen 2011 dafür gesorgt haben, dass es bei einem der Aufnahmekandidaten (Rambrouch) keine Mehrheit mehr für den Beitritt gibt.

Aufregung in Esch÷Sauer unberechtigt

Die Aufregung in der Gemeinde Esch/Sauer kann der Minister nicht ganz nachvollziehen, dass die Gemeinde nicht im Geschäftsführenden Vorstand vertreten ist, mag zwar „unglücklich“ sein, ist aber legal. Der Vorstand umfasst nur drei Mitglieder als Vertreter der Kommunen und dem „Naturpark Öewersauer“ gehören vier an. Eine Änderung der Statuten des Naturparks, der unter das Syndikatsgesetz fällt, sei „..une procédure lourde…“. Erst nach der Aufnahme von Wiltz könne etwas geschehen, es gebe keine schnelle Lösung. Der Vorstand habe aber angeboten die unterrepräsentierte Gemeinde an den Sitzungen zu beteiligen - ein Angebot, das Esch/Sauer bis jetzt noch nicht wahrgenommen habe. Außerdem habe Esch/Sauer gar nicht für den geschäftsführenden Vorstand kandidiert…

Vieles funktioniert gut

Der Eindruck, dass der „Elan“ des „Naturpark Öewersauer“ erschlafft sei, ergebe sich vielleicht daraus, dass Vorstand, geschäftsführender Vorstand und Direktion sich seit 2009 mit den Aufnahmeverfahren befassen müssen. Nichtsdestotrotz sei der Naturpark ein „dynamischer Akteur in der Region“ der eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt oder angeschoben habe. Darunter das Genehmigungsverfahren für einen Wasserspielplatz in Boeven, das Konzept für eine „Naturparkschoul“, das Festival „Water Art“, eine neue Konvention mit dem Landwirtschaftsministerium , Förderung der Produkte „Vum Sei“, etc. Nicht zu vergessen die laufenden Geschäfte des Naturparks wie „Duchfabrik“, Solarboot, Lehrpfade etc..

Fusion erst nach dem Beitritt von Wiltz

Eine Fusion der beiden Naturparks „Öewersauer“ und „Our“ sei sinnvoll, brauche Zeit. Aber auch dieses Projekt hänge von der Aufnahme der Stadt Wiltz ab, erst dann könne man eine Vereinigung denken.