LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Das Grundwasser hat sich noch nicht von der Dürre des letzten Jahres erholt

Trinkwasser ist das Lebensmittel Nr. 1 - eine Binsenweisheit. Gespeist wird das Trinkwassernetz in Luxemburg aus gefassten Quellen, Brunnen und dem Speichersee der Obersauer. In den letzten Jahren hat das luxemburgische Grundwasser in erster Linie negative Schlagzeilen gemacht, weil es mit Rückständen aus der Landwirtschaft belastet ist, unter anderem mit Metazachlor.

Henri Kox, Abgeordneter der „Grünen“ aus Remich, sorgt sich aktuell mehr um die Quantität der unterirdischen Wasserreserven. Dementsprechend richtete er sich mit einer parlamentarischen Anfrage an seine Parteikollegin Umweltministerin Carole Dieschbourg.

Kox bezog sich bei seiner Anfrage auf einen Bericht des „Deutschen Wetterdienst“ über die aktuellen Grundwasserwerte im Hinblick auf das zurückliegende Trockenjahr. Trotz der bisherigen Niederschläge werde wieder eine Trockenperiode folgen, wenn die nun kommenden Monate niederschlagsarm sein werden. Schlimmstenfalls könne es in Deutschland zu einer Dürre wie im Vorjahr kommen, mit entsprechen Folgen für Landwirtschaft und Natur.

Auf Basis dieses Berichts fragte Kox, wie sich die Situation in Luxemburg darstellt, und ob der Winter 2018/2019 die Wasserressourcen wieder aufgefüllt hat. Hat sich die Regierung auf eine mögliche Dürreperiode 2019 oder ein Absinken der Grundwasservorräte vorbereitet? Sind langfristige Maßnahmen vorgesehen und, wenn ja, welche?

Wasservorräte erholen sich nur langsam

Laut Umweltministerin Dieschbourg lag die Menge des Grundwassers im März 2019 um 25 Prozent niedriger als das 40-jährige Mittel. Trotz der Niederschläge des Winters 2018/2019 sind die Folgen des trockenen Winters 2017/2018 noch spürbar. Bis sich Niederschläge im Grundwasser richtig bemerkbar machen, können ein bis zwei Jahre vergehen. Den aktuellen Stand kann man, laut Ministerin Dieschbourg, unter www.waasser.lu abrufen.

Das Wasserwirtschaftsamt hat den Quellenausstoß, das Grundwasserniveau und den Trinkwasserverbrauch ständig im Auge. In einem Rhythmus von drei Monaten veröffentlicht das Amt ein Bulletin auf der schon genannten Webseite.

Zuerst Empfehlungen, später Sanktionen

Wenn der Verbrauch eine kritische Marke überschreitet, werden zunächst Empfehlungen zum Wassersparen an die Bevölkerungen weiter gegeben, wie sie ihren Verbrauch freiwillig senken können. Wenn sich die Wassersituation verschärft und eine bestimmte Grenze unterschritten wird, werden aus den Empfehlungen Vorschriften, etwa keinen Rasen mehr zu sprengen und keine privaten Schwimmbäder mit Trinkwasser zu füllen. Wer sich nicht daran hält, muss mit Sanktionen rechnen.

Die Sicherung der Trinkwasserversorgung ruht auf drei Säulen:

- Dem Schutz des Grundwassers durch die Ausweisung von Wasserschutzgebieten rund um Quellen und den Stausee, hinzu kommt eine entsprechende Zusammenarbeit mit der lokalen Landwirtschaft.

- Einer Strategie zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser; eine entsprechende Studie wurde Ende 2018 fertiggestellt. Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen wird derzeit vom Wasserwirtschaftsamt ausgearbeitet.

- Der Erschließung neuer Trinkwasserressourcen. Derzeit wird die Möglichkeit einer Kombination aus Quellwasser und dem Wasser der Mosel, sogenanntem Uferfiltrat, geprüft. Dabei müsse man den stetigen Bevölkerungszuwachs von Luxemburg im Auge haben, ebenso Zahl und Art von Großverbrauchern. Die neuen Ressourcen sollen um das Jahr 2035 zur Nutzung bereit stehen.

www.waasser.lu