WASHINGTON
MM/DPA

Luxemburg wird das zweithöchste Wirtschaftswachstum in der Eurozone vorausgesagt

Ungeachtet zahlreicher politischer Risiken in aller Welt hat der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag seine Prognose für die Weltwirtschaft leicht erhöht. Die globale Wirtschaftsleistung werde im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zulegen. „Konstant gute wirtschaftliche Nachrichten summieren sich zu einer heller werdenden weltweiten Prognose“, sagte der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld, in Washington.

Im letzten Wirtschaftsausblick im Januar hatte der IWF noch mit einem Plus von 3,4 Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr war die Weltwirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen. 2018 werden unverändert 3,6 Prozent vorhergesagt.

Der Welthandel legt der Prognose nach im laufenden und im kommenden Jahr im Vergleich zu 2016 zwar zu, jedoch nicht ganz so stark wie erhofft. Für die Rohstoffpreise wird wegen höherer Ölpreise ein deutliches Anziehen im laufenden Jahr erwartet, jedoch keine so signifikante Steigerung mehr im Jahr 2018.

Für Luxemburg sehen die Konjunkturexperten des IWF ein Plus von 3,7 Prozent im laufenden Jahr aus. 2018 werde die Wirtschaftsleistung im Großherzogtum dann nur noch um 3,5 Prozent wachsen, hieß es.

Damit wird Luxemburg hinter Malta und vor Irland das zweithöchste Wirtschaftswachstum in der Eurozone vorausgesagt. In der Eurozone insgesamt wird die Entwicklung an Schwung verlieren. Der IWF erwartet hier einen Anstieg von 1,7 Prozent im laufenden Jahr, 2018 sollen es dann 1,6 Prozent sein. In Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, wächst demnach die Wirtschaftsleistung statt 1,8 Prozent im vergangenen Jahr nur noch 1,6 Prozent im laufenden Jahr. 2018 soll das Wachstum dann 1,5 Prozent betragen.

Risiko Protektionismus

„Während es möglich ist, dass das Wachstum die Erwartungen kurzfristig sogar übersteigt, bleiben signifikante Risiken, die den mittelfristigen Ausblick eintrüben“, sagte Obstfeld. Diese Risiken hätten sich zuletzt sogar noch eher verstärkt. Die vor allem unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump aufkommende Abschottungspolitik könne internationale Handelsbeziehungen ebenso bedrohen wie das seit der Nachkriegszeit erfolgreich praktizierte Prinzip der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit als Ganzes.

Dieses Prinzip habe nicht zuletzt für Aufschwung in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern gesorgt, von denen einige inzwischen den Status von Hochlohnländern hätten. „Internationaler Handel war eines der Schlüsselelemente für diese Erfolgsgeschichten“, sagte Obstfeld. Trump hat sich wiederholt gegen Freihandelsabkommen ausgesprochen und für mehr Abschottung der US-Wirtschaft plädiert.

Für die Vereinigten Staaten sagt der IWF ein Wachstum von 2,3 Prozent im laufenden und 2,5 Prozent im kommenden Jahr voraus, nach 1,6 Prozent im vergangenen Jahr. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass der IWF eine Prognose für die Weltwirtschaft nach oben korrigiert.