LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Das Kartenspiel Gwent der Witcher-Macher

Titel mit einer umfassenden Spielwelt beinhalten häufig Mini-Spiele, sei es in Form von digitalen Varianten von bekannten Brettspielen oder Eigenkreationen. Doch wenige sind so unterhaltsam und clever eingebettet wie das Kartenspiel Gwent im überaus erfolgreichen „The Witcher 3“. Anders als in anderen Vertretern des Genres ist Gwent im Rollenspiel von CD Projekt nicht nur ein Zeitvertreib zwischen Quests, sondern begleitet den Hexer auf seinen Abenteuern durch Temerien: So lassen in Gwent bezwungene Hauptcharaktere außergewöhnliche Karten springen - Sammeltrieb garantiert. Jetzt hat der polnische Entwickler daraus einen Free-to-Play-Ableger gemacht, der sich derzeit im Open-Beta-Modus befindet - und einen sehr soliden Eindruck hinterlässt.

Unterschiedliche Fraktionen, unterschiedliche Stärken

Zwar fühlt sich das im Universum von Geralt von Rivia angesiedelte Kartensammelspiel in vielen Belangen wie der Hauptkonkurrent Hearthstone an, es unterscheidet sich vom Spielprinzip her doch wesentlich. Das funktioniert wie folgt: Gegen andere Spieler oder die KI starten beide Seiten mit zehn zufälligen, aus einem vorher vom Spieler zusammengestellten Deck gezogenen Karten. Ziel ist es, den Kontrahenten zu besiegen, indem mit den Karten ein höherer Punktwert erreicht wird. Anders als bei Blizzards Sammelkartenspiel müssen also weder unbedingt alle Karten des Gegners gekontert, noch ein gegnerischer Charakter besiegt werden. Außerdem kann jede Karte zu jedem Zeitpunkt gelegt werden.

Selbstverständlich liegt das Herzstück Gwents im Repertoire der Instrumente, die entweder dazu eingesetzt werden, gegnerische Karten zu schwächen, auszuschalten oder die eigenen zu stärken. Während etwa die Fraktion der Monster darauf ausgelegt ist, gegnerische Reihen mit einem Frostangriff Runde für Runde zu schwächen oder gar die eigene Brut zu verspeisen, um schwindelerregend viele Lebenspunkte zu erreichen, setzt die Nilfgaard-Fraktion auf Spione - die kommen zwar zunächst den Punkten des Gegners zugute, dafür kann der Spieler aber eine Karte frei aus seinem Deck ziehen. Nicht selten kommt es vor, dass eine Karte die Partie entscheidet. Ziehen wir in besagtem Beispiel etwa den „Vicovaro Medic“, können wir eine ausgeschiedene Karte des Gegners zugunsten unserer Punktzahl legen. Die schiere Kartenauswahl und Kombinationsmöglichkeiten bringt mit sich, dass der Spieler ständig abwägen muss, ob er an seiner Strategie festhält, ob er seinen Gegner gewähren lässt oder versucht, dagegenzuhalten und wann es sinnvoll ist, aus sich dem regelmäßigen Wettrüsten mit Blick auf die verbleibenden Karten in der Hand zurückzuziehen. Das sorgt neben dem Sammeltrieb um neue und bessere Karten für Spannung. Kartenpacks können mit im Verlauf des Spiels erworbenen Ingame-Credits oder mit Echtgeld erworben werden. Fans des Original-Gwent aber auch von Kartenspielen insgesamt werden jedenfalls mit dem eigenständigen Ableger ihre Freude haben. Erhältlich für PC, Xbox One und PS4.


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