LUXEMBURG
HUBERT DE SCHORLEMER

Der größte Teil der luxemburgischen Wälder ist nicht im Besitz der öffentlichen Hand, sondern gehört Privatleuten – sehr vielen privaten Besitzern. Oft handelt es sich bei deren Besitz um kleine und kleinste Parzellen. Den Waldbesitzern, vielfach keine Profis im Umgang mit Forsten, steht der Verband der privaten Waldbesitzer (Groupement des Sylviculteurs asbl) mit Beratern und Forstingenieuren zur Seite. Auch bei administrativen und politischen Fragen rund um die luxemburgischen Wälder bezieht der Verband Stellung, wie auch in der Frage der Neuvergabe der Jagdlose.

„Die neuen Jagdlose sind angekündigt worden – jetzt geht es in deren Umsetzung. Verschiedene Änderungen waren möglich, aber ob es ‚das Gelbe vom Ei war‘, wird sich noch herausstellen müssen. Gewisse Grenzen sind unverständlich, andere sind gut gemacht. Jedoch ein Computerprogramm ‚entscheiden‘ zu lassen, wie die Grenzen gezogen werden sollen, trifft vielerorts auf Unverständnis. Wäre es nicht einfacher und billiger gewesen, mit Waldeigentümern, Bauern und Pächtern auf die Fläche zu gehen und die wenigen kritischen Punkte zu diskutieren, gegebenenfalls eventuell zu ändern?

Für die Waldbesitzer ist es jetzt wichtig, von den neu zu verhandelnden Verträgen zu profitieren, dass gewisse Regeln von der Seite des Jagdpächters eingehalten werden müssen. Diese sind in die Pachtvertragsentwürfe einzubringen, bevor die Versteigerungen der Lose erfolgen. Dazu hat sich Der ‚Privatbësch‘ mit dem Komitee der Syndikate und der Bauern getroffen, um hier Vorschläge zu unterbreiten. Zum Beispiel meinen wir, dass die Ist-Situation der Verjüngung zum Pachtbeginn mit Weisergattern (wilddichte Umzäunung, Anm. d. Red) festgehalten werden kann. Damit lässt sich die weitere Entwicklung der Waldverjüngung dokumentieren.

Für alle, die an der Natur interessiert sind, kann ich nur die Lektüre von Alexander von Humboldt empfehlen. Er verstand es, die Natur in einem Gleichgewicht zu beschreiben, mit Menschen, Tieren, Flora und Fauna. Auf seiner Reise durch Süd-Amerika hielt er 1802 folgendes fest:

‚Zerstört man die Wälder, wie es die europäischen Ansiedler allerorten in Amerika mit unvorsichtiger Hast tun, so versiegen die Quellen oder nehmen doch stark ab. Die Flussbetten liegen einen Teil des Jahres über trocken und werden zu reißenden Strömen, so oft im Gebirge starker Regen fällt. Da mit dem Holzwuchs auch Rasen und Moos auf den Bergkuppen verschwinden, wird das Regenwasser im Ablaufen nicht mehr aufgehalten; statt langsam durch allmähliche Sickerung die Bäche zu schwellen, furcht es in der Jahreszeit der starken Regenniederschläge die Bergseiten, schwemmt das losgerissene Erdreich fort und verursacht plötzliches Austreten der Gewässer, welche nun die Felder verwüsten.‘ (Andrea Wulff, ‚Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur‘. Penguin Verlag.)

Also schon vor 200 Jahren wurde die Problematik des zu starken Abholzens festgestellt. Dass dies in einem weiteren Schritt das Klima beeinflussen würde, konnte man da noch nicht wissen. Erstaunlich ist, dass bis heute so weiter gemacht wird in diesen Ländern…“