JACQUES SCHULER

Die Jagd in Luxemburg ist nur zulässig, wenn sie dem Gemeinwohl („intérêt général“) dient und den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird. Im April 2015 hatte die Regierung unter anderem die Jagd auf Füchse neu geregelt. Dieses Jagdverbot wurde für das Jagdjahr 2016/2017 um ein weiteres Jahr verlängert. Doch auch im „neuen“ Jagdgesetz gibt es immer nach Lücken und erheblichen Nachbesserungsbedarf, stellt Jacques Schuler klar. Er hat eine Petition auf Nachbesserung des Jagdgesetzes ins Leben gerufen.

„Worum geht es bei der Petition „Adaptioun vum Juegdgesetz 687“ ? Im Artikel 7 des Jagdgesetzes, der den Gebrauch von Jagdwaffen regelt, ist im Moment kein Mindestabstand vorgesehen, der beim Gebrauch von Jagdgewehren in der Umgebung von Wohnhäusern eingehalten werden muss. In der Praxis heißt das, dass es dem Jäger gestattet ist, im parallelen Verlauf zu Wohnhäusern auf freiem Feld zu schießen. Für mich bestehen hier zwei große Gefahren: Bei voller Konzentration könnte es vorkommen, dass der Jäger bei dem Anvisieren eines Tieres so in diese Handlung vertieft ist, dass er dem Tier in Richtung der Häuser folgt und riskiert, einen direkten Schuss in Richtung Häuser abzugeben. Beim Schuss auf ein bewegliches Ziel besteht die Möglichkeit, dieses zu verfehlen und der Schuss prallt in die Erde, gegen einen Stein oder gegen einen Baum. So kann es sein, dass ein sogenannter ‚unkontrollierbarer gefährlicher Querschläger‘ entsteht.

Aber wie kommt es zu dieser Petition? Bis jetzt war ich der Meinung, dass jeder Jäger sich dieser Gefahr bewusst und der Schutz dagegen im Gesetz verankert sei. Doch vor wenigen Wochen wurde ich eines Besseren belehrt. Gegen 21.00 abends feuerte ein Jäger in einer Entfernung von zirka 20 Metern von unserem Grundstück, parallel zu den Wohnhäusern, eine Kugel ab, um ein Rehkitz zu erlegen. Hätte der Jäger hier das Rehkitz verfehlt und es wäre zu einem Querschläger gekommen, hätte dieser Querschläger mühelos unser Grundstück erreicht und riskiert, meine Kinder im Garten oder sogar jemanden im Haus zu treffen.

Erschrocken durch den Schuss wollten wir den Jäger zur Rede stellen. Der war allerdings ziemlich kurz angebunden und nicht einsichtig. Da ich der Auffassung war, dass es einen Mindestabstand geben müsse, rief ich die Polizei. Bei ihrer Ankunft bestätigte einer der Polizisten mir, dass er soeben das Jagdgesetz durchgesehen und keinen Eintrag in Bezug auf einen Mindestabstand gefunden hätte. Der Jäger liege außerdem ‚richtig‘, da er nicht in Richtung Häuser gezielt hätte.

Ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser meine Meinung teilen, dass in diesem Kontext das Einfügen eines Mindestabstandes in den Gesetzestext von Nöten ist, und zwar bevor ein spielendes Kind im Garten oder sonst jemand von einem Querschläger getroffen wird. Wenn ja, dann sollten Sie bitte die Petition 697 unterschreiben.“