LUXEMBURG
CLAUDE KARGER MIT DPA

Ein Luxemburger Betrieb durch neuen Fleischskandal betroffen

Ein Luxemburger Betrieb bekam einen Teil der 50.000 Tonnen Fleisch ungewissen Ursprungs geliefert, die ein niederländischer Betrieb zwischen Anfang 2011 und dem 15. Februar 2013 in 16 EU-Länder exportiert hatte.

Das bestätigten gestern Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Behörden ermitteln weiter

Die damit erzeugten Produkte dürften allerdings nicht mehr im Handel sein: Bei dem Unternehmen handelt es sich um die Firma Tavola, die im Zuge des Skandals um die Pferdefleisch-Lasagne ihre Erzeugnisse aus dem Regal nahm. Die luxemburgischen Behörden ermitteln allerdings weiter um heraus zu finden, ob noch andere Unternehmen das Fleisch verwendeten.

Die niederländischen Autoritäten hatten am Mittwoch Alarm geschlagen. Die als Rindfleisch etikettierten Lieferungen würden Anteile von Pferdefleisch enthalten oder sogar ganz aus Pferdefleisch bestehen.

Ganze Pferdeviertel umetikettiert?

Nach Angaben der deutschen Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sollen ganze Pferdeviertel für Rindfleisch ausgegeben worden sein.

Zwischen dem 1. Februar und dem 10. April hätten die Behörden Kenntnis von 58 Fällen erhalten, in denen nicht-deklariertes Pferdefleisch grenzüberschreitend vermarktet worden sei, teilte Foodwatch mit.

Dies habe die Auswertung der Meldungen im europäischen Informationssystem RASFF ergeben. Weitere Betrugsfälle mit nur national gehandelten Lebensmitteln kämen dazu. Die Meldungen betrafen demnach Produkte aus fast allen europäischen Ländern. Seien in einigen Fällen nur geringe Mengen Pferdefleisch beigemischt worden, hätten Unternehmen auch „gewürfeltes Rindfleisch“, „Rindersteaks“ oder Salami vertrieben, die in Wahrheit 100 Prozent Pferdefleisch enthielten.

Der niederländische Großhändler Willy Selten soll die falsch etikettierten Erzeugnisse europaweit an mehr als 500 Betriebe geliefert haben. Das niederländische Unternehmen fordert eine Entschädigung von 5,8 Millionen Euro. Die Forderung sei im März an die niederländische Kontrollbehörde für Lebensmittel gestellt worden, erklärte der Anwalt des Unternehmers, Frank Peters.

Die Behörde hatte den Großhandel im Februar für einige Zeit stillgelegt. Das habe dem Unternehmen geschadet. Die Kontrolleure hatten in zwei Rindfleischproben Pferdefleisch entdeckt.