LUXEMBURG
MARIANNE DONVEN

Die im November 2016 von Frédérique Buck, Marianne Donven und Pascal Clement ins Leben gerufene Bürgerinitiative „OH! Open Home - Oppent Haus“ ist eine Plattform zur Förderung der Integration. Sie bemüht sich darum, Flüchtlinge und Antragsteller auf internationalen Schutz bei in Luxemburg lebenden Familien und Einzelpersonen unterzubringen. „OH! sensibilisiert, informiert, bringt Flüchtlinge und interessierte Einwohner zusammen und unterstützt sie in ihrem alltäglichen Zusammenleben“, erklärt Marianne Donven.

„Unser Land, wie auch seine europäischen Partner, wurde größtenteils unvorbereitet von der Flüchtlingswelle überrascht, und so war es nicht erstaunlich, dass, trotz guten Willens und politischer Unterstützung, der Mangel an adäquaten Wohnstrukturen zu Missständen führte und den Alltag der Schutzsuchenden erschwerte: langwierige und unvorhersehbare Asylverfahren, veraltete Infrastrukturen, Mangel an Privatsphäre und Ruhe zum Lernen, sowie sprachliche und kulturelle Unterschiede zwischen den Menschen, die sich ein Zimmer teilen müssen. Die Initiatoren von OH! kannten die schwierigen Lebensumstände durch ihren alltäglichen Kontakt mit Flüchtlingen und beschlossen aus dem Bauch heraus, aktiv zu werden und die Situation der Betroffenen zu verbessern.

Zwischenzeitlich, nach etwas mehr als einem Jahr, ist es ihnen gelungen, dank unermüdlicher Arbeit und wertvoller Unterstützung durch Politik und Medien, über 60 Flüchtlinge in privaten Haushalten unterzubringen. Die Kehrseite dieses Erfolges ist, dass sich über 300 Flüchtlinge auf der langen Warteliste von OH! eingetragen haben, und die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot. Es gibt also auch 2018 noch viel zu tun!

Aufgrund ihrer Erfahrungen, stellen wir als Initiatoren auch Forderungen an die Politik hinsichtlich der Parlamentswahlen:

- Erschwinglichen Wohnungsbau zur nationalen Priorität machen, kostengünstig und innovativ bauen und intergenerationelle, interkulturelle Wohngemeinschaften schaffen.

- Das Prinzip der häuslichen Wohngemeinschaft aus dem neuen REVIS-Gesetz ausklammern und somit minderbemittelten Menschen, die eine Unterkunft bei solidarischen Bürgern gefunden haben, ohne rechtlich gesehen zur Familie zu gehören, den Zugang zum REVIS nicht verwehren.

- Einen längst überfälligen Gesetzesvorschlag über Wohngemeinschaften auf den Instanzenweg bringen.

- Bürger, die Menschen in Not, zum Beispiel Obdachlose oder Flüchtlinge bei sich ein Zuhause geben, finanziell unterstützen und/oder steuerlich begünstigen, um damit eine solidarische Gesellschaft zu fördern.

Außerdem fordert OH! einen realen und effizienten Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge nach sechs Monaten, auch ohne Flüchtlingsstatut, dies mit der aktiven Unterstützung durch die ADEM und in Zusammenarbeit mit Ansässigen. Jahrelanges Warten ohne sinnvolle Tätigkeit hat verheerende Folgen auf die Psyche der Migranten, beraubt sie ihrer Arbeitsfähigkeit und macht sie sozialhilfeabhängig, beziehungsweise führt dazu, dass wir im Falle einer Abschiebung Menschen in einem äußerst schlechten mentalen Zustand nach Hause schicken. OH! sucht immer noch Einzelpersonen und Familien, die bereit sind, die Inklusion von Flüchtlingen aktiv zu unterstützen, indem sie ihr Haus für sie öffnen.“

Interessierte können sich per E-Mail (openhomelu@gmail.com) oder Telefon (621559562) melden und finden OH unter www.facebook.com/oppenthaus