LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Serge Wilmes (CSV) denkt über das Schaustellerwesen als immaterielles Erbe nach

Wer sich fragt, was Schaustellerei und Jahrmärkte mit Kultur zu tun haben, muss einen Blick zurückwerfen, viele Jahrhunderte zurück. Unsere Volksfeste und Jahrmärkte - das Wort war einmal wörtlich zu nehmen, als Jahres-Markt - gehen auf eine lange Tradition zurück und das Marktrecht war im Mittelalter ein ausgesprochenes Privileg. Vor Hunderten von Jahren wurden nicht nur Waren und Neuigkeiten auf die Märkte der Städte gebracht, sondern auch Gaukler und Theatergruppen.

Serge Wilmes, CSV-Abgeordneter und erster Schöffe der Hauptstadt, geht in einer parlamentarischen Anfrage der Sache mit der Anerkennung von Kirmes und Jahrmärkten als immateriellem Kulturgut nach. Er hatte bereits 2017 eine ähnliche Frage an Kultur- und Premierminister Xavier Bettel gerichtet. Damals habe Bettel bestätigt, dass das Kulturministerium zusammen mit dem Denkmalamt ein nationales Inventar des immateriellen „Kulturerbes“ aufstellen wolle.

Wilmes wollte nun wissen, auf welchem Stand die Inventarliste ist und wann die Aktualisierung abgeschlossen wird. Gibt es bereits ein Verfahren, um das luxemburgische Schaustellerwesen und die Volksfeste als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen, analog zum französischen Vorgehen? Falls noch nicht entsprechendes unternommen wurde, wüsste er gerne die Gründe dafür, so Wilmes abschließend.

Auf die Frage von Wilmes antwortete Kulturstaatssekretär Guy Arendt. Das Kulturministerium sei dabei einen Aktionsplan zur Aktualisierung des Inventars aufzustellen. „Schueberfouer“ und „Hämmelsmarsch“ gehören seit 2008 zum Inventar für nichtmaterielles Kulturerbe. Man habe sich dazu entschlossen die Stadt Luxemburg, die Schausteller und Spezialisten mit in die Aktualisierung ein zubinden - dabei werde auch über die „Oktav“ und den Ostermarkt „Emaischen“ gesprochen. Die genannten Märkte stehen bereits auf der Liste.

Auf Initiative seines Ministeriums habe man sich mit Spezialisten des französischen Kulturministeriums und Schaustellern aus Frankreich und Deutschland bei einem Arbeitstreffen zusammengesetzt, um das weiter Vorgehen zu klären. Für Arendt ist klar: Die luxemburgischen Volksfeste im Allgemeinen könnten in das Inventar aufgenommen werden, dafür müssen sie nur die UNESCO-Kriterien erfüllen.