STECHELBERG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das Schildhorn mit dem Restaurant „Piz Gloria“ ist nicht nur für 007-Fans ein Ausflugsziel

Im Berner Oberland in der Schweiz befinden sich einige der schönsten Ausflugziele der Welt auf den Spitzen der Berge. Das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau ist eines der attraktivsten Ziele für Touristen. 2016 besuchten rund 917.000 Besucher mit der Jungfraubahn das „Top of Europe“ auf dem Jungfraujoch. Das waren jedoch rund neun Prozent weniger als im Vorjahr. Ursache ist die wachsende Angst vor Terroranschlägen, speziell bei den Gästen aus Asien.

Blofeld-Basis

In Stechelberg bei Mürren dagegen transportierte die Schildhornbahn AG im selben Zeitraum zehn Prozent mehr Besucher, also rund vier Millionen, auf die Spitze des 2.970 Meter hohen Schildhorns, mit seinem sich drehenden Panorama-Restaurant „Piz Gloria“, das durch den Architekten Konrad Wolf zwischen 1963 und 1968 erbaut wurde, und das durch den James-Bond-Film „On Her Majesty’s Secret Service“ („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“; 1969) weltbekannt wurde. Damals diente das „Piz Gloria“ Bonds Gegenspieler Ernst Stavro Blofeld (Telly Savalas) als Hauptquartier und geheime Forschungsstation. Weitere Szenen aus dem Film wurden in Mürren, Grindelwald, Winteregg und Lauterbrunnen gedreht.

Bond Forever

George Lazenby spielte ein einziges Mal James Bond 007 in diesem Agentenfilm von Peter R. Hunt. Bond heiratet am Ende des Films die Contessa Teresa, alias Tracy (Diane Rigg). Tracy wird allerdings erschossen, und während 007 an ihrem Grab steht, singt Louis Armstrong „We Have all the Time in the World“, den vielleicht schönsten James-Bond-Song aller Zeiten. Von diesem Filmklassiker lebt das Schildhorn, wie kaum ein anderer Drehort eines Films auf der Welt. Das Restaurant dreht sich über der „Bond-World“, einem flott eingerichteten Museum mit vielen Requisiten aus dem Film. Interaktiv kann man einen Helikopter steuern oder auf einem Schlitten die Bösewichte in einer Bobbahn verfolgen. Ausschnitte aus dem Film werden eigentlich überall gezeigt. Interessant ist auch ein Interview mit Lazenby, der sich an seinen einzigen Auftritt als Bond erinnert. Auf der Aussichtsplattform stehen die Schablonen der Figuren aus dem Film, mit denen man sich fotografieren kann. Atemberaubend ist jedoch die Aussicht auf die umgebenden Berge, wie eben Eiger, Mönch und Jungfrau, und die sieht man am besten bei schönem Wetter.

Fahrt mit der Seilbahn

Man kann entweder von Mürren, Gimmelwald oder von Stechelberg hochfahren. Von Stechelberg aus muss man viermal umsteigen, was aber reibungslos geschieht. In etwa 35 Minuten ist man dann auf 2.970 Meter. Letztes Jahr wurde auf der Station Birg der „Thrill Walk“ eröffnet. Dieser Steg geht am Felsen auf etwa 2.677 Meter vorbei, und unter den Füßen der kühnsten Besucher tun sich ein paar hundert Meter Nichts auf. Der Rückweg führt entweder wieder über den Steg oder über einen felsigen Aufstieg zurück zur Bergstation. Auf der Strecke zwischen Mürren und Birg wird eine Höhe von 1.039 Metern überwunden.

Das Schildhorn ist sicher einen Besuch wert, auch für nicht-Bond-Fans. Ehe man diesen Berg bezwingen will - man kann auch zu Fuß hochsteigen - sollte man sich übers Wetter informieren. Schlechte Wetterverhältnisse verderben zweifelsohne die Sicht auf die umgebende Bergwelt, zumal weil die Fahrt nicht geschenkt ist. Erwachsene zahlen ab Stechelberg 105 Schweizer Franken und Kinder bis 15 Jahre 52,50 CHF.

Weitere Informationen auf www.schilthorn.ch