LUXEMBURG
VANESSA PETER

„C’est Karma” über ihre Inspiration und ihr erstes Lied „Gravity”

Während die meisten Jugendlichen mit 16 Jahren noch auf der Suche nach ihrer Leidenschaft sind, hat Karma Catena sie bereits gefunden: Musik. Neben Auftritten auf kleineren
Bühnen trat sie bereits auf dem „Screaming Fields” Festival auf, als Vorband für „Milky Chance” in der Rockhal und als
Vorband für „Fenne Lily” in den Rotondes mit ihren eigenen Liedern. Wie der Text zu ihrem ersten Lied entstanden ist und wie sie ihre Texte schreibt, konnten wir in einem Gespräch mit ihr erfahren.

Wie bist Du zur Musik gekommen?

KARMA CATENA Ich habe vor drei Jahren angefangen Gitarre zu spielen und eigentlich habe ich den größten Teil mit Youtube gelernt. Dann habe ich sehr lange Covers auf der Gitarre gespielt, aber irgendwann ist das so langweilig wenn man nur Gitarre spielt, dann habe ich angefangen dazu zu singen, aber immer nur wenn keiner zuhause war und ich alleine war. Einfach, weil es dann entspannender war Musik zu machen. Ich habe dann in einer Punk-Band, als Gitarristin gespielt, da habe ich auch gelernt auch etwas technischer zu spielen. Als wir dann aufgehört haben, war dann eigentlich der Knackpunkt da, an dem ich gemerkt habe, dass ich Musik machen will. Ich habe mich irgendwie dahinter gesetzt und habe immer noch Covers gemacht, aber der erste Schritt zu einem Publikum war für mich, als ich vor einem Jahr im Sommer angefangen habe Straßenmusik zu machen. Dann wurde mir ein Konzert angeboten, auf dem ich auch Covers gespielt habe. Es ist wahrscheinlich nicht so wie man anfangen sollte, aber dann wollte Ada, eine Freundin von mir, für ein Schulprojekt ein Musikvideo drehen. Ich habe ihr angeboten, dass ich ein Lied schreibe und sie das Musikvideo dazu drehen und schneiden kann. Das war das erste Lied, das ich so alleine geschrieben habe. Danach sind viele gefolgt und irgendwann habe ich auch angefangen auf Bühnen zu spielen und auf einmal ist irgendwie alles ganz schnell gegangen.

Wie schreibst Du Deine Texte?

KARMA Fast alle meine Texte fangen mit einem Gedicht an, das ich dann verändere. Die Gedichte schreibe ich meistens wenn mir langweilig ist, das heißt sehr oft im Matheunterricht. Es ist ein guter Moment um kreativ zu werden, wenn man Langeweile hat. Manchmal entstehen auch Texte, wenn ich etwas auf der Gitarre spiele und wenn mir das gefällt, singe ich einfach was drauf. Meine zwei Methoden sind, dass ich mich entweder an einem Gedicht inspiriere oder dass ich intuitiv etwas singe.

Was steckt hinter Deinem ersten Lied „Gravity“?

KARMA „Gravity“ bezeichnet ja die Anziehungskraft der Erde. Ich habe da immer eine Metapher im Kopf von einem Hochhaus. Das Hochhaus wächst mit dem Leistungsdruck, den wir uns selbst in der Gesellschaft machen und das Streben nach immer mehr, was ich sehr erdrückend finde, wenn man in einem öffentlichen Raum herum läuft und dann jeder einfach nur arbeiten will, um später Geld zu verdienen, um sich ein Imperium von materialistischen Sachen aufzubauen. Für mich wächst in meinem Kopf dann dieses Hochhaus mit dem Aneignen von Materialien. Das Lied ist eigentlich für mich so ein Appell, um wieder in den ersten Stock zu gehen und sich da zu verwurzeln, sich zu trauen kreativ zu sein und sich zu trauen zu denken, generell zu denken und nicht eingegrenzt, sondern so wie man will.

Versuchst Du den Menschen durch Deine Musik etwas mitzuteilen oder machst Du Musik, weil es Dir Spaß macht?

KARMA Ich glaube Musik ist an erster Stelle ein Medium um mich auszudrücken. Das Gute daran ist, es macht mir auch sehr viel Spaß. Ich habe das Gefühl, wenn ich Musik mache habe ich ein Ziel und natürlich in meinen Texten drücke ich immer aus, was ich denke. Aber ich will Menschen damit nicht beeinflussen. Ich will mich ausdrücken und es freut mich auch, wenn Menschen mir zuhören, aber ich sage nicht, dass ich mit meiner Musik Weltfrieden schaffen will.

Arbeitest Du mit einem Manager oder Produzenten zusammen oder machst Du selbstständig Musik?

KARMA Es ist irgendwie alles sehr schnell gegangen und weil ich auch jetzt schon auf mehreren großen Bühnen gespielt habe und irgendwann geht es alleine nicht mehr. Das heißt generell, wenn ich Konzerte spiele habe ich immer ein zwei Freunde dabei, die mir helfen an alles zu denken und irgendwie mich auch emotional unterstützen, weil für mich ist es trotzdem noch alles sehr neu und sehr viel Druck. Ich habe jemanden, der schon die Arbeit eines Manager macht, also er ist auch mein Berater was die Sozialen Medien angeht. Ein Freund von mir, Georges Goerens, macht Musik als Bartleby Delicate. Mit ihm habe ich eigentlich angefangen Musik zu machen und auch „Gravity“ aufgenommen. Wir treffen uns einmal die Woche und tauschen uns aus. Denn wenn man alleine Musik macht hat man weniger Austausch, als wenn man in einer Band ist.

Wie sieht die Zukunft für „C’est Karma“ aus?

KARMA Eigentlich will ich nicht zu viel vorwegnehmen. Ich will mich einfach auf die Möglichkeiten, die mir geboten werden, einlassen und nicht zu sehr ein Ziel anstreben, weil ich Angst habe, dass ich mir dann selbst Türen verschließe. Im Moment will ich so viele Angebote wie möglich annehmen und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln.