LUXEMBURG
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CFL weist Verkehrsteilnehmer und Fußgänger auf potenzielle Gefahren an Bahnübergängen hin

Seit dem Jahr 2009 organisiert der Internationale Eisenbahnverband (UIC) mit Unterstützung der weltweiten Gemeinschaft der Bahnen den internationalen Tag zur Förderung sicherheitsbewussten Verhaltens an Bahnübergängen: den „International Level Crossing Awareness Day“ (ILCAD). Mittlerweile unterstützen immer mehr Organisationen des Straßensektors wie auch die EU-Kommission und der Wirtschaftsausschuss der Vereinten Nationen (UNECE) diese Kampagne, die Straßenverkehrsteilnehmern und Fußgängern die potenziellen Gefahren an Bahnübergängen vor Augen führen soll, damit sie ihre Verhaltensweisen ändern und die Bahnübergänge sicher überqueren.

Gestern war es wieder soweit: In 40 Ländern der Welt wurde der ILCAD begangen, unter anderem in Luxemburg, wo die nationale Eisenbahngesellschaft CFL zu einer Kundgebung in die Bahnhofshalle geladen hatte. Im Hintergrund stehen die Statistiken, wie Generaldirektor Marc Wengler unterstrich: Noch immer werden zu viele Menschen beim Überqueren von Bahnübergängen getötet oder schwer verletzt. Laut den europäischen Statistiken entfallen zwar nur ein Prozent der Straßenverkehrsopfer auf Zusammenstöße an Bahnübergängen, im Schienenverkehr machen sie jedoch europaweit 25 Prozent der Unfälle aus.

Auf Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen

Die meisten Unfälle - 98 Prozent - sind auf das Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer oder der Fußgänger zurückzuführen. Trotzdem glauben viele, dass es sich um „ein reines Bahnproblem“ handelt, sagte Wengler. Derzeit gibt es noch 117 Bahnübergänge in Luxemburg, die nach und nach durch Brücken über die Bahn oder Bahnunterführungen ersetzt werden sollen. Dies sei ein langwieriger Prozess, sagte der CFL-Generaldirektor. Seit 2004 haben die CFL 24 Bahnübergänge geschlossen. In den nächsten fünf Jahren sollen weitere fünf Bahnübergange verschwinden.

In der Zeit von 2004 bis 2018 ließen vier Personen ihr Leben auf dem einheimischen Bahnnetz nach einem Unfall an einem Bahnübergang, teilte Wengler mit. „Das sind Dramen, die sich auf ewig tief ins Gedächtnis der Familienangehörigen und Freunde eingraben“.

74 Vorfälle an Bahnübergängen im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr registrierte die CFL 74 Vorfälle an den Bahnübergängen, in die Autos, Lastwagen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder und Fußgänger verwickelt waren. Von Januar bis Ende April des laufenden Jahres wurden 22 Vorfälle an Bahnübergängen registriert, unterstrich Wengler. Jeder dieser Vorfälle ist seiner Meinung nach ein Vorfall zu viel.

In diesem Jahr sollen Berufsfahrer sensibilisiert werden

Im laufenden Jahr will die CFL-Gruppe eine Reihe von Sensibilisierungsaktionen für die Straßenverkehrsteilnehmer und die Fußgänger starten. So ist unter anderem vorgesehen, ein eigenes Faltblatt in Sachen Sicherheit an Bahnübergängen für Berufsfahrer zu veröffentlichen, Ein Sensibilisierungsschreiben soll an 200 von der Problematik direkt betroffene Unternehmen gerichtet werden.

Ein Video zur Ausbildung von Berufsfahrern wurde im „Centre de formation pour conducteurs“ verwirklicht. Eine Sensibilisierungsaktion mit Verteilung von Flyern wurde am Bahnübergängen im Hafen von Mertert durchgeführt.

Eigene Sensibilisierungsaktionen für Kraftfahrer wurden im Logistikpark „Eurohub Sud“ in Düdelingen, an den CFL-Standorten Bettemburg und Petingen sowie bei ArcleorMittal in Differdingen und Belval angeboten.

Der internationalen Tag zur Förderung sicherheitsbewussten Verhaltens an Bahnübergängen wird hierzulande mit Unterstützung des Mobilitätsministeriums, der großherzoglichen Polizei, der „Sécurité Routière“ und der „Association Nationale des Victimes de la Route“ (AVR) begangen.