LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Informatikstudent Luc François schreibt Bücher - und Heavy-Metal-Konzeptalben dazu

Seitdem er 13 Jahre alt ist, schreibt Luc François Romane. Im vergangenen Sommer hat der 23-Jährige mit „Mein ewiger Winter“ sein mittlerweile viertes Buch veröffentlicht, das nächste liegt bereits im Lektorat, alle zwei Jahre soll ein weiteres Werk folgen. „Bei jedem Buch habe ich gemerkt, dass da ein großer Sprung passiert ist“, sagt er rückblickend. Und damit nicht genug: Der Informatikstudent aus Luxemburg singt außerdem noch in einer Heavy-Metal-Band, mit der er Konzeptalben schreibt, die inhaltlich zu seinen Büchern passen. Warum er heute sein Erstlingswerk lieber verschenkt als verkauft und was es ihm gebracht hat, früh mit dem Schreiben zu beginnen.

„Mein ewiger Winter“ klingt ziemlich düster. Wovon handelt der Roman?

Luc François Es ist schon eine ältere Geschichte, die ich nach dem ersten Roman geschrieben habe. Es hieß anfangs „Frostherz“, aber den Titel hatten dann zwischenzeitlich schon andere verwendet, also suchte ich einen neuen Titel. Es geht um Ruril, der in einer mittelalterlichen Fantasywelt lebt, in der ein langer Krieg tobt. Als die Halbwaise erwachsen wird, sterben Mutter und Bruder bei einem Überfall. Weil sein Bruder Soldat war, will er dessen Kampf für die Unterdrückten fortsetzen.

Einem Genre willst Du dich nicht zuordnen, aber worum geht es in Deinen Büchern?

Luc Die ersten beiden sind typische Fantasyromane, wobei der Zweite schon Verweise auf die Musik hat. Später hatte ich keine Lust mehr auf Fantasy, daher spielte das dritte Buch in der Gegenwart und ist dramatischer. Aber mit „Mein ewiger Winter“ hatte ich noch diese Geschichte auf dem Rechner, die lange nicht fertig werden wollte, schließlich habe ich sie neu geschrieben. Das nächste Buch wird ein dramatischer Science-Fiction Roman, der Ende des Jahres erscheinen soll.

Du hast jetzt vier Romane veröffentlicht, den ersten hast Du mit 13 angefangen. Was für eine Entwicklung hast Du seitdem beim Schreiben durchgemacht?

Luc Bei jedem Buch habe ich gemerkt, dass da ein großer Sprung passiert ist. Ich schreibe nebenbei auch für zwei deutschsprachige Musikmagazine, da lernt man viel. Außerdem wird man älter, ich war anfangs sehr blauäugig und dachte, ich könnte mit den Büchern Geld verdienen, weil ich PC-Spiele kaufen wollte. Mein erstes Buch wurde so oft überarbeitet, damit es einigermaßen lesbar war.

Ich verschenke es heute, weil ich damit kein Geld mehr verdienen möchte. Beim ersten Buch hatte ich mich auch viel zu nah an das gehalten, was ich selbst gerade konsumiert hatte, das soll heute nicht mehr mein Anspruch sein. Heute ist es mein Ziel, eine eigene Geschichte zu erfinden, die eigene Aussage hat und gut geschrieben ist.

Mit Deiner Band „Mindpatrol“ machst Du auch Progressive Metal. Wie lange gibt es diese Band nun?

Luc Die Band haben wir 2012 als Studioprojekt gegründet, anfangs waren wir nur zu zweit und mussten uns erst mal ausprobieren, danach hat sich die richtige Band gefunden. Das erste Album gefällt mir heute nicht mehr, aber dazu hatte ich den Roman „Downfall Theatre“ geschrieben, was mir witziger Weise noch gut gefällt. Nun gibt es ein drittes Album und dazu gehört dann das kommende Buch.

Buch und Album gehören zusammen: Erst ein Kapitel lesen, dann einen Track hören?

Luc Konzeptalbum und Buch erzählen beide die gleiche Geschichte. Wo das Buch ausführlicher beschreibt, ist das Album manchmal abstrakter, aber die großen Momente des Buches sind auch die zehn Lieder des Albums. Zu meinem Lieblingsbuch „Hyperion“ gibt es auch ein richtiges gutes Konzeptalbum, daher habe ich ein Faible dafür entwickelt.

Es gibt viele Autoren, die als Erwachsene oder erst im hohen Alter mit dem Schreiben anfangen. Was hat Dir das frühe Schreiben gebracht?

Luc Am Anfang vor allem viele verwirrte Blick von den Mitschülern. Aber es hat mir viel gebracht, weil mein schulischer Werdegang eher mathematisch war und das Schreiben so einen guten Ausgleich darstellte. Und es hat mir die Türen in die Magazine geöffnet. Andererseits bringt mich auch das Lektorat dort weiter, denn herausfinden, warum sich etwas nicht gut liest, ist eine gute Übung. Die Schattenseite war, dass einige Veröffentlichungen nicht so gut waren und manchmal wird man darauf reduziert. Es gibt auch immer noch Leute, die auf dem ersten Album hängen geblieben sind. Wir haben ein halbes Jahr nur in Deutschland und in Belgien gespielt, damit es nicht dauernd das gleiche Publikum war.

Wie sieht Deine berufliche Zukunft aus: Informatik oder Literatur?

Luc Ich habe keine konkreten Pläne. Ich habe immer versucht, alle Schienen möglichst gut zu fahren, aber ich werde mit Informatik mein Geld verdienen: Die Bücher sind ein kleines Taschengeld und in die Band investieren wir eher. Natürlich gebe ich mein Bestes und hoffe, aber es wäre naiv, daraus einen Hauptberuf zu erwarten. Erst werde ich die Masterarbeit schreiben und dann nach Stellen schauen, Informatik ist ein sicherer Bereich.

Luc François wird am Montag, 27. Februar, 20.00, im Aalt Stadthaus in Differdingen aus „Mein ewiger Winter“ lesen. Mit der Band „Mindpatrol“ wird er am Samstag, 25. März, beim „Necksplosion Fest“ in der Schungfabrik in Tetingen auftreten. Weitere Infos unter www.mindpatrol.net