Das Gelände auf einem ehemaligen ARBED-Gelände sieht schon beeindruckend aus: Überall sind Rampen, Sprungschanzen und sogenannte Trails auszumachen. Dies ist kein Ort für gelangweilte Hobby-Radfahrer auf der Suche nach einem neuen Kick, hier treffen sich vielmehr Anhänger der wohl extremsten Form des Mountain Biking: Dem „Gravity-Mountainbike“. Waghalsige Stunts in luftiger Höhe sind deren Spezialität. Im Großherzogtum haben sich diese Extremsportler auf zwei Rädern in der gemeinnützigen Organisation „Flying Rockriders“ vereint, die im August 2012 gegründet wurde und welche die Rolle des Wächters und Benutzers des Geländes beim „Keeler Poteau“ zwischen Esch und Schifflingen übernommen haben. „Unser Sport ist etwas für große Jungs“, sagt Jan Micsenyecz, Mitbegründer der Organisation, „bei den Flying Rockriders ist jeder willkommen, der beim Mountain Bike-Fahren gerne den Boden unter den Rädern verliert, kurz gesagt: Alles was schnell und grob ist und hoch hinaus geht. In den Augen vieler Menschen, sind wir einfach nur bescheuert uns das anzutun.“
Ideal für umgebaute Mountain Bikes
Für herkömmliche Mountain Bikes ist das knapp ein Hektar-große Gelände nicht gedacht. „Auch wenn man theoretisch mit einem BMX drauf fahren könnte, ist die Piste eher für spezialisierte Mountain Bikes ausgelegt“, erklärt Micsenyecz. Vorher ging er mit seinen Freunden im öffentlichen Wald seiner halsbrecherischen Leidenschaft nach. „Wir bauten dort Trails und Sprungschanzen, bekamen jedoch immer wieder Probleme mit der Polizei, mit dem Förster oder mit beiden gleichzeitig.“
„Im Gegensatz zu gewöhnlichen Mountain Bikes haben die Fahrräder der Flying Rockriders eine komplett andere Rahmen-Geometrie, sie haben einen flachen Lenkwinkel, der unss bei hoher Geschwindigkeit mehr Stabilität gibt. Die Federungen sind ebenfalls größer. Unter dem Strich würde ich sagen, dass unsere Mountain Bikes schwerer sind, als die herkömmlichen Modelle, dafür aber stabiler. Alles was mit 26-Zoll-Rädern möglich ist, wollen wir auch machen.“ Selbstverständlich gehört eine angebrachte Ausrüstung zum Gravity-Mountain Biking, wie Micsenyecz erklärt: „Ein Helm und Knieschoner sind obligatorisch, um sich auf unserem Gelände auslassen zu dürfen. Ein Integral-Helm ist am besten. Das Tragen einer Schutzweste und Handschuhen ist ebenfalls eine gute Idee. Jedes Mitglied muss schon von sich aus wissen, wie es sich am besten beschützt, denn zu viel Schutzkleidung kann auch die Bewegung erschweren.“
Nur einmal eine gebrochene Hand auf dem Gelände
Erstaunlicherweise mussten die Flying Rockriders auf dem Gelände, außer einer gebrochenen Hand, noch keine zu schlimme Verletzung in Kauf nehmen. „Es ist zweifellos ein Sport, den man nur betreiben sollte, wenn man sich der Risiken bewusst ist“, warnt Micsenyecz, den nach jeder Verletzung eigenen Aussagen immer nur einen Gedanken umtreibt: „Wann kann ich wieder aufs Fahrrad steigen?“
Wer interessiert ist, dem Verein beizutreten, kann unter der Email-Adresse flyingrockriders@gmail.com Kontakt aufnehmen. Eine entsprechende Facebook-Seite gibt es auch.




