BEJA/PORTUGALINGO ZWANK

Ort geschichtsträchtiger Liebesdramen: Auf Besuch in der portugiesischen Region Alentejo und ihrer Hauptstadt Beja

In der Mitte vom Nirgendwo: Man stelle sich riesige in der Sonne glänzende Felder voller Olivenbäume vor. Man kann kilometerweit fahren und sieht nichts außer wunderschöner Natur. Dann tauchen zauberhafte Städte und Dörfer auf, die die lange maurische Besatzung widerspiegeln, mit engen und gepflasterten Straßen, malerischen weiß gestalteten Häusern und dekorativen Fliesen an den Fassaden. „Ja, man ist quasi im Nirgendwo, und zwar mittendrin“, beschreibt João Rodeia die Region im grünen Portugal - „Jenseits des Flusses Tejo“ (Alentejo), besser gesagt in der Region um Beja, einem Städtchen, „welches die Menschen zum Ausruhen einlädt“, sagt Rodeia, Verantwortlicher des portugiesischen Tourismusbüros in Brüssel.

Beja und seine Liebesbriefe

Die Geschichte des historischen Städtchens reicht bis zu den Zeiten der Römer zurück, als Julius Caesar die Stadt Beja zur regionalen Hauptstadt ernannte. Die römischen Ruinen in Pisões sind ein Beleg für den Reichtum dieses Reichs. Als die Mauren im 8. Jahrhundert einmarschierten, legten sie die Kopfsteinpflasterstraßen an und ihre erstaunliche Architektur ist bis heute hervorragend erhalten.

Besuchenswert in Beja ist ohne Zweifel das „Convento da Nossa Senhora da Conceição“, wo die „Portugiesischen Liebesbriefe“ 1669 verfasst wurden - von der Nonne Mariana Alcoforado, geschrieben an den französischen Marschall Noël Bouton de Chamilly, dem Marquis de Saint-Léger, der von 1636 bis 1715 lebte. Alcoforado trat auf Wunsch ihrer Eltern schon als kleines Kind - wohl unfreiwillig - in das Kloster „Unserer Lieben Frau der Unbefleckten Empfängnis“ ein. Sie soll Chamilly das erste Mal 1665 beim Exerzieren im Klosterhof gesehen haben. Über ihren Bruder lernte sie den Offizier kennen. Die Nonne und der Offizier verliebten sich ineinander, wobei die Liebe auf Marianas Seite wohl stärker war als auf seiner.

Kinder gestalten Weine

Doch Liebe geht auch durch den Magen: Die Küche des Alentejo genießt einen ausgezeichneten Ruf. Empfehlenswerte Gerichte sind gegrillter Fisch, Fischsuppe, „Açordas“, eine deftige Brotsuppen, oder auch „Ensopado de Borrego“, ein Lammeintopf. Und dazu gehört ein guter Tropfen. Im Weingut „Herdade da Malhadinha Nova“ kann man sich einen geschmackvollen Überblick über die Weinpalette Portugals verschaffen. 1997 wurde das komplette Gebiet, das heute unter anderem rund 35 Hektar Weinberge und ein Hotel mit zehn Zimmern aufweist, quasi „als Ruine übernommen“, sagt Nuno Gonzalez, der Kellermeister des Guts. Heute zählt die Adresse zu den besten Weingütern Portugal und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Neben den traditionellen Weißweinsorten werden hier auch typische portugiesische Eigensorten wie Alvarinho (sehr fein und mineralischer Geschmack mit fruchtiger Note) oder auch Arinto (sehr zitronig) angebaut. „Portugals Weinerzeuger haben eine heldenhafte Entschlossenheit darin gezeigt, das Erbe von 250 autochthonen Rebsorten zu erhalten - von denen die meisten nirgends sonst auf der Welt zu finden sind. Sie sind Meister darin, das Potential ihres vielfältigen Lands zu nutzen“, betont Gonzalez, und erhält ein Kopfnicken von Rodeia. „Der Wein wird bei uns unter besten Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen in Barriquefässern aus französischer Eiche gelagert, so dass der Wein ideal reifen kann.“ Anschließend folgt die Cuvée. Dabei verschneidet der Winzer die verschiedenen Weinsorten und nutzt so die individuellen Qualitäten der verschiedenen Weine, um die hervorragenden Weine zu kreieren, die dann - nicht nur als ein Marketinggag - mit Etiketten versehen werden, die von den Kindern des Guts entworfen wurden.


Alle Infos über die Region gibt es unter

www.visitalentejo.pt -www.malhadinhanova.pt

In kommenden Ausgaben werden wir die Weine

und auch die Küche der Region Alentejo detailliert

vorstellen.