LUXEMBURG
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Ob aus Sand, Holz oder Guss: Weihnachtskrippen faszinieren in der besinnlichen Zeit - Unterwegs auf dem „Krëppewee duerch Lëtzebuerg“

Höchstwahrscheinlich, so ist vielen Quellen zu entnehmen, gehen die Weihnachtskrippen, wie wir sie heute kennen, auf den Heiligen Franz von Assisi zurück. Dies wird auch von der Kirche so kommuniziert. Franz von Assisi stellte im Jahr 1223 das erste Mal die Weihnachtsgeschichte mit Tieren und Personen nach. Er wollte mit dieser Aktion in den Bergen Umbriens ein neues Bethlehem errichten, wie berichtet wird.

Grundidee stammt vom Heiligen Franziskus

Für seine Nachstellung wählte er eine Futterkrippe aus, die sich der Überlieferung nach in der Nähe des Klosters Greccio befand. So wollte Franz von Assisi den Gläubigen, die des Lesens nicht mächtig waren, das Weihnachtsevangelium veranschaulichen - in Bildern. Was Franz von Assisi sicherlich nicht ahnen konnte, war der Umstand, dass er damit den Grundstein für einen Brauch legte, der viele Jahrhunderte überdauern sollte. Wurde anfangs oft nur das Bild von Jesus in der Krippe verwendet, kamen später die anderen Figuren, die Tiere und später auch die Heiligen Drei Könige hinzu. Als weltweit älteste Krippe gilt die in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Sie befindet sich im Seitenschiff der Santa Maria Maggiore Kirche, stammt aus dem Jahr 1291 und wurde vom Bildhauer Arnolfo di Cambio geschaffen.

Heute, 795 Jahre nach der Weihnachtsaktion von Franziskus, steht auch nach alter Tradition auf dem Petersplatz wieder eine riesige Weihnachtskrippe - aus Sand. Mit rund 700 Tonnen haben vier Künstler aus den USA, Russland, Tschechien und den Niederlanden die Figuren um das Jesus-Kind geschaffen, wie der Vatikan mitteilte.

Lëtzebuerger Journal

Doch auch in Luxemburg gibt es unzählige Weihnachtskrippen, die meist in den Kirchen oder auch auf den Dorfplätzen zu bewundern sind.

Vom 23./24. Dezember bis zum Drei-Königstag am 6. Januar laden das Erzbistum und die Kirchen des Landes Interessierte ein, den „Krëppewee duerch Lëtzebuerg“ zu erkunden. So soll man sich einfach ein paar Minuten Zeit nehmen und die Kunstwerke in der besinnlichen Zeit zwischen den Jahren entdecken und auf sich wirken lassen. Wir haben ein paar der Krippen im Großherzogtum hier aufgelistet und wollen einige auch im Bild vorstellen. Die Informationen über die Krippen und ihre Besonderheiten stammen von den Pfarrgemeinden und dem Erzbistum.

Die Krippe von Buschrodt, die aus Wurzelstöcken gerodeter Hecken zusammengebaut ist und somit alljährlich ihr Aussehen verändert, wurde in Erinnerung an die Entstehungsgeschichte des Ortes aufgebaut.

Auch besuchenswert ist die Krippe der Kirche in Clerf (1), die mit schönen Holzfiguren von lokalen Künstlern gestaltet ist.

Über 60 Jahre alt ist die typisch orientalische Krippe in der Kirche in Diekirch (2), mit Moos und einer Sanddünen-Landschaft. Die Figuren von 1954 und einer Höhe von 25 cm wurden von einem Krippen-Schnitzer aus Österreich gefertigt.

In der Basilika Echternach (3) findet man eine Krippe aus Holz aus dem Jahr 1995 von Andreas Demetz (St.Ulrich/I.). Jede Figur ist einmalig. Die Personen repräsentieren alle Altersschichten der Bevölkerung, wie es heißt. Auf dem Marktplatz ist ebenfalls eine Krippe aufgestellt, die sich im Schatten des Weihnachtsbaumes befindet und fast lebensgroße Figuren beherbergt.

In der Kirche in Erpeldingen/Sauer sind 20 lebensechte, detailliert gearbeitete, farbige und ausdrucksstarke Holzfiguren, 25 cm groß, vom Holzschnitzer Franz Josef Vergines aus Kastelruth (Südtirol) zu sehen.

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Die Krippe in Ellingen (Mondorf) ist ein Firmgeschenk aus dem Jahre 1920 und diente als Vorlage für die heutige Krippe in der Echternacher Basilika.

In Eschdorf findet man eine liebevoll von Jugendlichen aus dem Dorf gestaltete Krippe mit Figuren, die einzelne Personen aus der Dorfgemeinschaft darstellen. Die Figuren wurden von einer einheimischen Künstlerin hergestellt.

60 Figuren in landestypischer Umgebung und mit Wasserfall findet man in der Krippe in Hostert (Niederanven).

In der Kirche in Keispelt befindet sich nach Bistumsinformationen eine Krippe, die mit in der Sauer ausgewaschenen Baumwurzeln dekoriert wurde.

Die Krippe der Kirche in Koerich birgt eine alte Spieluhr.

In der Kathedrale in Luxemburg (4) findet sich die „Osterrieder“-Krippe mit 65 restaurierten Figuren aus dem 19. und 20. Jahrhundert - wobei zu erwähnen ist, dass es in der Stadt Luxemburg einen eigenen Krippenweg gibt.

Die Krippe der Kirche Ulflingen füllt den ganzen Chorraum, der mit vielen Bäumen, Steinen und Wurzeln geschmückt ist - so wie die Krippe der Kirche in Vianden, die ebenfalls den ganzen Chor füllt, mit interessanten Holzfiguren, Wasserfall und programmierter Beleuchtung.

In Wahl werden zur Weihnachtszeit kleine und große Krippen aus verschiedenen Gegenden ausgestellt; eine solche Krippenausstellung gibt es auch in Bollendorf-Pont.

Die Krippe der Pfarrgemeinde Wiltz (5) wurde nach Bistumsangaben im heimatlichen Stil aufgebaut. Einige Krippenfiguren sind etwa 60 bis 70 Jahre alt und rund 30 cm groß. Die Krippenlandschaft ist im Stil einer Bergweide gestaltet.

Alle weiteren Infos auch zum Krippenweg in der Hauptstadt unter www.cathol.lu